Emden/Aurich - Ob die je 20 Schlaganfall-Patientenplanbetten für die Kliniken in Leer und Lingen, die am Donnerstagnachmittag von Landesgesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) genehmigt wurden (wir berichteten), je eingerichtet werden, bleibt fraglich. Es ist davon auszugehen, dass die neun Kliniken, die das Neurovaskuläre Netzwerk Nordwest bilden, gegen dieses Vorhaben vorgehen und sich dagegen wehren werden. „Wir werden jetzt erst einmal mit unseren Partnern in diesem Netzwerk Kontakt aufnehmen, schauen, wie genau der Antrag aussieht und dann gemeinsam weitere Schritte erwägen“, sagte Claus Eppmann, Sprecher der Geschäftsführung der Trägergesellschaft der Kliniken in Emden, Aurich und Norden.
Eine Klage gegen die Landesentscheidung sei nicht ausgeschlossen. „So etwas ist durchaus nicht unüblich, aber wir werden uns erst einmal beraten“, sagte Eppmann in einem Gespräch mit dieser Zeitung. Er wolle auf keinen Fall vorgreifen. Auch die beiden Hauptverwaltungsbeamten, Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) und Aurichs Landrat Olaf Meinen (parteilos), haben sich für Eppmanns Vorgehen ausgesprochen.
Eppmann verwies darauf, dass die Entscheidung der Ministerin nicht der Ansicht von Experten und des Landeskrankenhausplanungs-Ausschusses entspricht. Die sehen in weiteren Schlaganfallbetten in der Region eine Schwächung der bestehenden Kliniken und befürchten eine schlechtere Patientenversorgung (wir berichteten). Genau deshalb hatten sie gemeinsam an die Gesundheitsministerin appelliert, die bestehenden Strukturen nicht durch ein größeres Angebot zu schwächen, zumal auch das fachliche Personal gar nicht vorhanden sei.
Die Vertreter der neun Kliniken im Nordwesten hatten sich zunächst gefreut, dass der Planungsausschuss ihre fachliche Einschätzung teilt und hielten es eher für unwahrscheinlich, dass die Ministerin sich darüber hinwegsetzt. „Das ist sicherlich ein Stück weit auch eine politische Entscheidung. Das sollte man nicht unterschätzen“, sagte Emdens SPD-Landtagsabgeordneter Matthias Arends auf Anfrage.
Klagen die umliegenden Neurologischen Kliniken gegen den Ministerentscheid, bedeutet das zunächst einmal eine große zeitliche Verzögerung. Erst muss ein solcher Antrag formal geprüft werden. Schon das ist aus Expertensicht eine nicht unerhebliche Hürde. Dann erst geht es um die fachliche Einschätzung. Wird zwischenzeitlich bereits die vom Land propagierte neue Krankenhausstruktur zu Grunde gelegt – bei der die geplante Zentralklinik für Emden und den Landkreis Aurich bei Georgsheil als Maximalversorger eingestuft ist – würden solche Ausbaupläne für Leer kaum durchsetzbar sein.
