Krummhörn - In den beiden kommenden Jahren soll es wie gehabt weitergehen mit der Deicherhöhung in der Krummhörn. Weitere 1200 Meter zwischen Upleward und Manslagt werden dann in Angriff genommen. Das erklärte der Projektleiter Thomas Hoffmann von der Küstenschutzbehörde NLWKN bei der jüngsten Versammlung der Deichacht.
Für die Baumaßnahmen seien für die beiden Jahre 2023 und 2024 jeweils 2,2 Millionen Euro vom Land bewilligt worden, wobei die Deichacht wieder in Vorleistung gehen müsse: mit drei Millionen Euro. Das Land zahlt den Betrag später aus Haushaltsresten nach, und das habe bislang gut geklappt, meint Oberdeichrichter Alwin Brinkmann. Ein Problem habe sich mit einer geschätzten Kostensteigerung von rund 1,3 Millionen Euro ergeben. Das zusätzliche Geld werde im Herbst beantragt – wobei der Oberdeichrichter klare Konsequenzen ankündigte, sollten die Mehrkosten nicht übernommen werden: „Wenn die Mittel nicht bewilligt werden, wird die Strecke verkürzt.“ Der Sand für die 1200 Meter Deichstrecke soll aus den Spülfeldern von NPorts bei Wybelsum entnommen werden.
Die aktuellen Bauarbeiten auf 600 Metern Deichstrecke bezeichnete Hoffmann als gut verlaufen, denn das Wetter sei günstig gewesen: „So schnell waren wir noch nie.“ So könnten die Arbeiten noch im September statt wie geplant im Oktober abgeschlossen werden.
In der Planung sei jetzt die Sanierung des schadhaften Deckwerks auf der Westseite der Leyhörn, der sogenannten Leynase. Es war vermutlich durch die Verschlickung des Uferbereichs im Inneren nass geworden. Jetzt werden drei Varianten geprüft, wie der Deich dort verbessert werden kann.
Festhalten wollen Deichacht und NLWKN an einer Verstärkung der Binnenberme bei Pilsum. Das ist die Wiesenfläche direkt entlang des Deichs. Sie liegt so tief, dass eine Erhöhung des Deichs mit entsprechender Gewichtszunahme dort zu einem Bruch des Untergrunds führen könnte. Mit 20.000 Kubikmeter Erde aus dem Spülfeld bei Jarßum an der Ems soll die Binnenberme verstärkt werden – allerdings hatte das Land das Geld dafür versagt. Der Antrag dafür soll nun noch einmal gestellt werden.
