Emden - Noch sehen Deichacht und Niedersachsen Ports den aufziehenden angekündigten Stürmen für Donnerstag und Freitag relativ beruhigt entgegen, auch wenn der Fährbetrieb zu den Inseln bereits eingeschränkt ist. Die Borkumfähren fahren beispielsweise zu anderen Zeiten. Doch besonders hohe Sturmfluten werden so noch nicht erwartet.
„Die Deiche waren noch nie so sicher wie heute, zitiere ich da mal unseren Oberdeichrichter Alwin Brinkmann“, sagte der Rendant der Deichacht Krummhörn, Frank Rosenberg, auf Anfrage dieser Zeitung. Dennoch sei man auf der Hut. Genauso sieht es auch bei der landeseigenen Hafengesellschaft Niedersachsen Ports aus. „Wir haben unsere Ablaufpläne und die Situation im Blick“, sagte Pressesprecherin Dörte Schmitz. Vorkehrungen, damit im Emder Hafen keine Schäden auftreten, würden, sobald es notwendig ist, getroffen.
Sturmflutordnung mit verschiedenen Stufen
Niedersachsen Ports hat eine Sturmflutordnung und nach der werde gehandelt. Abhängig von den vorhergesagten Wasserständen werden in verschiedenen Stufen die Zufahrten gesperrt und Anlagen außer Betrieb genommen. Schmitz: „Unsere Kollegen vom technischen Service sind in Bereitschaft versetzt worden. Sie werden wie immer routiniert vorbereitet und im Einsatz sein.“
Noch liegen die Prognosen für die Mittagsflut am Donnerstag bei eindreiviertel Meter über den normalen Wasserstand und dann am Abend bei etwa einem Meter über einer normalen Flut. Frank Rosenberg: „Das sind keine Werte, die ein Problem bedeuten könnten.“
Autos aus Bereichen des Hafens entfernen
Die Krummhörner Deichschützer sind auch für einen Teil der Emder Küstenschutzbauwerke zuständig. Im Hafen hat Niedersachsen Ports die Verantwortung. Da weist Schmitz noch einmal darauf hin, dass „vorsorglich eigene Autos aus den Hafenbereichen weggefahren werden.“ Auch sollten zum eigenen Schutz Hafenbereiche zu Sturmflutzeiten gemieden werden. Immer wieder kam es in der Vergangenheit vor, dass sich Schaulustige in Gefahr oder auch ihre Fahrzeuge nicht früh genug in Sicherheit brachten und diese überflutet wurden.
Mittlerweile besser gegen Fluten gesichert
Rosenberg stellte heraus, dass man jetzt erheblich besser gegen Sturmfluten gesichert sei als 2006. Damals wurden aufgrund einer Reflexionswelle, weil das Sperrwerk bei Gandersum geschlossen worden war, weite Teile im Emder Hafen überflutet. Unter anderem drang in das AG Ems-Gebäude im Außenhafen Wasser ein und zerstörte die Elektronikanlagen. Beim Siel- und Schöpfwerk an der Knock stand das Wasser so hoch, dass ein Pumpenausfall drohte. Pegelstände konnten nicht gemessen werden, weil diese gar nicht für solche Fluten ausgerichtet waren. Rosenberg: „Das ist jetzt alles entsprechend gesichert worden.“
Dennoch müsse man immer „die Situation ernst nehmen“, sagte er und erinnerte daran, dass es in der Krummhörn vor 60Jahren nur durch großen Einsatz gelang, dass die Deichlinie der damaligen Jahrhundertflut von 1962 standhielt.
