Krummhörn - Die Tradition ist so alt wie die Deiche selbst, und die Resonanz auf die Einladung spiegelt den Stellenwert wider: An der Frühjahrsdeichschau der Deichacht am Donnerstag beteiligten sich außer Vorstand und Ausschuss zwei Dutzend Vertreterinnen und Vertreter von Behörden, Politik und ostfriesischen Organisationen. Im Laufe der Fahrt entlang der 55 Kilometer Deichlinie in der Krummhörn und Emden registrierten sie, dass die Deichacht zwar stellenweise mit den altbekannten Widrigkeiten wie Mäuse- und Diestelbefall umgehen muss, das Bollwerk gegen die Nordsee aber in Ordnung ist.

Gemeint ist die Große Seeschleuse im Emder Hafen, die im kommenden Jahr saniert und dabei auf das Niveau der höheren Deichlinie angepasst werden soll, wie den Deichschau-Teilnehmern vor Ort erklärt wurde.

Zuvor hatten sie nach dem Start der ersten großen Frühjahrsschau seit Ausbruch der Corona-Pandemie in der Leybucht erst die Schleuse der Leyhörn besucht, dann die Reparatur-Baustelle auf der Westseite der Leynase und auch die aktuelle Baustelle der Deicherhöhung bei Hamswehrum. 600 Meter ist sie in diesem Jahr lang, erläutert der Rendant Frank Rosenberg. Beim Deich westlich der Leyhörn geht es um ein schadhaftes Deckwerk, durch das sich im Deichkern zu viel Wasser sammelt. Das Wasser soll über eine neue Rigole abgeführt werden. Das Deckwerk wird bereits saniert. Als eine Ursache gilt die verstärkte Schlickschicht vor dem Deich, die die ursprünglichen Ablaufwege des Wasser verstopft habe.

Die Wintersturmfluten hatten keine größeren Schäden hinterlassen: Davon konnten sich die Teilnehmer der Deichschau auf der weiteren Fahrt überzeugen. Notwendige Reparaturen sollen im Zuge üblicher Unterhaltungsarbeiten erledigt werden. Als „durchaus herausfordernd“, so der Geschäftsführer Rosenberg, habe sich auch in diesem Jahr die Beseitigung von Teek herausgestellt: 18.000 Kubikmeter waren angeschwemmt worden – „und wurden inzwischen komplett abgetragen“. Damit liege die Teekmenge im üblichen Bereich. Im Schöpfwerk an der Knock informierte der Obersielrichter Reinhard Behrends die Teilnehmer, dass die Rechenreinigungsanlage erneuert werden soll – als „ganz normale Unterhaltungsmaßnahme“.

Axel Pries
Axel Pries Ostfriesland-Redaktion/Leer