Emden - Die Sprache ist weiterhin das wichtigste Element für die Integration von Flüchtlingen in den deutschen Arbeitsmarkt. Entsprechend groß ist der Bedarf an Deutsch- und Integrationskursen in Emden. Diese Einschätzung vertrat der Geschäftsführer des Jobcenters Emden, Bernd Leiß, gegenüber dieser Zeitung. Das gilt natürlich auch für einen Großteil der derzeit gut 900 in Emden gemeldeten Ukraine-Flüchtlinge. Nur mit entsprechenden Sprachkenntnissen sei eine Vermittlung in Arbeit möglich - auch wenn unter den Betroffen in der Regel bereits gut ausgebildete, Frauen und Männer zu finden sind.
Die Stadt sieht sich dabei aber auf einem guten Weg, wie der für den Sozialbereich verantwortliche Stadtrat Volker Grendel sagte. „Die Sprachkurse sind ein ständiges Thema zwischen den beteiligten Stellen“, so Grendel. Er räumte aber auch ein, dass der Bedarf derzeit größer ist als das Angebot. Dennoch: „Angesichts der kurzen Zeit seit Beginn des Ukraine-Krieges haben wir bereits gute Ergebnisse erzielt.“
Nach Angaben von Grendel sind in Emden derzeit 909 Geflüchtete aus der Ukraine gemeldet. Darunter ist gut ein Drittel Minderjährige sowie etwa 80 Menschen über 65 Jahre, die somit aus der Erwerbsfähigkeit rausfallen. Für die andere könnte ein Deutsch- und Integrationskurse also durchaus in Frage kommen. Grendel geht derzeit von einem Bedarf von etwa 490 Plätzen aus. Das Jobcenter spricht von mindestens 350 ihrer Kunden, die mit einem Sprachkurs womöglich in Arbeit vermittelt werden könnten. „Wir greifen auch nicht erst ein, wenn der Sprachkurs abgeschlossen worden ist“, sagte Leiß. Die Arbeitsvermittler würden auch schon früher mit den Ukraine-Flüchtlingen über mögliche Jobs sprechen.
Dass der Bedarf weiter wächst, zeigt noch eine andere Zahl: nach der von Bund und Land verfolgten Quote für die Verteilung von Flüchtlingen können der Stadt Emden bis März des Jahres noch 170 weitere Flüchtlingen zugewiesen werden. Entsprechend groß ist der Druck auf die Bildungsträger wie Volkshochschule oder auch das Emder Schulungszentrum, die geeigneten Dozenten zu finden. Das tut sich derzeit eine große Lücke auf, wie es bei der VHS heißt.
