Hinte - Am kommenden Sonntagvormittag wird der Name der Gemeinde Hinte in ganz Deutschland auftauchen, wenn der Radiosender Deutschlandfunk live einen besonderen Gottesdienst aus der Kirche überträgt. Für Pastorin Steffi Sander und ihr Team bedeutet die Sendung seit Wochen viel Arbeit. Der Titel „Das Leben ins Gebet nehmen“, unter dem der Gottesdienst steht, bekommt nun besondere Aktualität, erklärt die Geistliche: „Der Krieg in der Ukraine wird auch seinen Niederschlag finden“
Das tägliche Leben und Alltäglichkeit ist viel Thema in der Arbeit der seelsorgerisch sehr aktiven Pastorin, die mit ihrem etwa 30-köpfigen Team einen knapp einstündigen Gottesdienst zusammengestellt hat. Dazu zählen ganz in der Tradition der Evangelisch-Reformierten Kirche eine lange Predigt und viele Psalmen.
Predigt dreht sich um Krieg und Frieden
Der Chor Hintermezzo und eine Gruppe weiterer Musikerinnen und Musiker nebst der Organistin Brigitte Höhn sind dabei, ebenso die Plattproters und der Kirchenratsvorsitzende Martin Wegbünder. Mit dem Konfirmanden Keno wird es ein Zwiegespräch der Pastorin geben. Da geht es dann auch um wieder so aktuelle Fragen rund um Krieg und Frieden, ausgelöst durch die aktuellen Ereignisse. „Die Predigt ist länger geworden“, erklärt Steffi Sander, die dafür bekannt ist, in ihren Gottesdiensten aktuelle Strömungen aufzugreifen. Sie will darin „das Leben ins Gebet nehmen“, erklärt sie. „Aber auch Krieg wird vorkommen.“ Allgemein mit Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg und speziell mit der russischen Invasion in die Ukraine: Was Menschen durchleben, ist für sie Thema.
Auch für sie bedeute die Radiosendung Neuland, und der Aufwand, den der Deutschlandfunk treibt, beeindrucke sie schon, erläutert Steffi Sander ein. Nachdem das Programm zusammengestellt war, dessen Länge sich am Sonntag übrigens auch nach der Zahl der Verkehrsmeldungen in der Radiosendung richtet, muss es ausprobiert werden: „Wir haben in der Woche ein paar Stell- und Sprechproben.“ Am Samstagabend findet in der Hinteraner Kirche die Generalprobe statt, da reist das Übertragungsteam bereits in voller Stärke an, und die Probe wird auch aufgezeichnet – für alle Fälle.
400 000 Zuhörer werden erwartet
Aufgeregt sei sie eigentlich nicht, meint die Pastorin. Aber vor erwarteten 400.000 Gläubigen zu sprechen, sei schon etwas Besonderes. Etwas anderes sei für sie aber ungewohnter: „Für mich ist ein Gottesdienst auch immer Interaktion“, erklärt sie. „Ich spüre, wie die Leute reagieren und reagiere selbst darauf. Ich ändere manchmal Details meiner Predigt noch.“
Das wird es diesmal nicht geben, denn coronabedingt findet dieser Gottesdienst ohne Publikum statt. „Wir können leider niemanden einlassen.“ Auch Lampenfieber wegen der ungewohnten Aufgabe habe sich noch nicht eingestellt, „aber das kommt vielleicht noch.“ Tatsächlich helfe ihr in solchen Fällen ihr Vertrauen in Gott: „Ich habe auch Gott. Ich fühle mich getragen.“
