Emden - Die Schmutzwasserleitungen liegen tief, tiefer als erwartet. Dennoch sind die Arbeiten, die die Emder Firma Huchtmann für die Stadtwerke Emden in der Straße Zwischen beiden Sielen gerade erledigt, im Zeitplan. Alle Hauptleitungen werden derzeit erneuert. Die ersten 60 Meter sind quasi fertig.
„Wir gehen davon aus, dass wir zum Wochenende von der Löwen-Apotheke bis zum Geschäft ,Kind’ die Straße provisorisch wieder mit Schotter belegen und den Bauzaun auf dieser Strecke abbauen können“, erklärte Thomas Schoolmann von der Baufirma Huchtmann auf Anfrage dieser Zeitung. Er und seine Kollegen Dominik Heeren und Julian Dieken arbeiten derzeit mit Hochdruck an der Sanierung.
Kein Materialmangel
Zum Glück spielt Materialmangel keine Rolle auf der Baustelle, stellen alle drei fest. „Die Stadtwerke haben früh genug bestellt und sich eingedeckt“, sagte Dieken. In vier bis fünf Wochen könnten die Arbeiten an den Hauptleitungen abgeschlossen sein. „Man weiß aber nie, ob es nicht doch noch zu Überraschungen kommt“, sagte Heeren. Bodenaltertümer, die den Baufortschritt hemmen könnten, sind bisher nicht gefunden worden. Mehrfach in der Woche werde die Baustelle von der Denkmalbehörde in Augenschein genommen. Da aber die letzte Sanierung dort 1972 vorgenommen wurde, ist es eher unwahrscheinlich, noch Relikte aus der Vorzeit zu finden.
Die Baumaßnahme soll von Juni bis September in der Einkaufsstraße ruhen (wir berichteten). Bis Juni sollen die Arbeiten für die Stadtwerke abgeschlossen sein. Die Straße wird provisorisch wieder geschlossen, und auf der gesamten Strecke – es sind rund 120 Meter – wird kein Bauzaun mehr stehen.
Kosten: 200 000 Euro
Das wird die anliegenden Händler erfreuen. Der eingeschränkte Zugang zu den Läden hatte sich schon zu Beginn der Baumaßnahme als zusätzliche Belastung für die dortigen Geschäfte erwiesen (wir berichteten).
Rund 200 000 Euro kosten die Arbeiten an der Hauptleitung. Danach geht es im Herbst weiter mit den Hausanschlüssen. In Sommer 2023 soll die ehemals erste Fußgängerzone Emdens rundum saniert – im Baustil des Neuen Marktes – fertiggestellt sein. Sitzbänke, kleine eckige Straßenlaternen, Klinkerpflaster und Lichteffekte sind geplant. Was das genau kosten wird, steht noch nicht fest. Bis zu 400 000 Euro waren es bei den ersten Planungen 2019 für die rund 120 Meter lange Straße und den „Roten Platz“ vor der Löwen-Apotheke. Ob das so bleibt, ist fraglich, hatte Stadtbaurätin Irina Krantz bei der Vorstellung der Baumaßnahme deutlich gemacht, da die Kostensteigerung im Baugewerbe enorm ist. Bund und Land übernehmen zwei Drittel der Sanierungskosten. Eine Deckelung, die bisher galt, ist aufgehoben.
