Emden - Bestenfalls sollte die Wolthuser Ausfallstraße, an der bereits seit sechs Jahren saniert wird, Ende 2022 fertig werden. Das klappt nicht ganz. Dennoch befindet sich die über vier Kilometer lange Straßensanierung langsam auf der Zielgeraden. Womöglich werden die beiden letzten Bauabschnitte sogar gleichzeitig in Angriff genommen.
Am aktuellen Bauabschnitt zwischen Zanderstraße und Osterhörn ist sogar alles im Zeitplan, wie Wolfgang Fecht von der Straßenbauabteilung des Bau- und Entsorgungsbetriebs Emden (BEE) dieser Redaktion bestätigte. „Das Teilstück wird Ende November fertig.“ Dass die Baufirma Hermann Jansen Straßen- und Tiefbauunternehmung GmbH & Co. KG aus Papenburg bald zwei Wochen Sommerferien macht und in dieser Zeit die Arbeiten vollends ruhen, gefährde das Zeitvorhaben übrigens nicht.
Keine Kanalarbeiten
Derweil laufen die Planungen für das Folgestück bis zur Uphuser Luftbrücke. Bis auf Feinabstimmungen ist die Weitersanierung schon durchstrukturiert. Wie auch in dem aktuellen Bauabschnitt muss dort die Kanalisation nicht angefasst werden. Untersuchungen mit Kameras hatten ergeben, dass zumindest tiefer in der Erde alles Ordnung ist. So kann auch der achte Abschnitt vergleichsweise zügig erledigt werden.
Zum Vergleich: Die Bauarbeiten auf dem siebten Teilstück hatten im April begonnen. Die ausführende Firma hatte dafür den Zuschlag bei einem Kostenangebot von etwas mehr als einer Million Euro bekommen. Das Sanierungsstück bis zur Uphuser Luftbrücke ist genauso lang. Ob die Kostenberechnung hierfür ein ähnliches Ergebnis bringt, hängt nicht zuletzt von den rasanten Preissteigerungen ab.
Welcher Abschnitt zuerst?
Noch ist dieses Ende der Straße aber gar nicht ausgeschrieben. Und noch ist auch nicht entschieden, wann es in Angriff genommen wird. Vielleicht, so die Überlegungen, wird das südlichste Teilstück der Uphuser Straße zeitgleich mit dem nördlichsten saniert. Womöglich wird das Nordertor sogar noch vorgezogen. Dafür sind nämlich inzwischen alle Planungen fertiggestellt, heißt es. Auch neue Überlegungen eines vom Land beauftragten Planungsbüros, das die Fahrradmobilität besonders im Blick hat, sind jetzt in die bisherige Planung eingeflossen. Das war, wie berichtet, notwendig geworden, um weitere Fördergelder zu generieren.
Viel Verkehr im Engpass
Jetzt steht nur noch die Informationsveranstaltung für die Anlieger aus. Sie soll nach der Sommerpause erfolgen, teilte Stadtsprecher Eduard Dinkela mit. Und sie dürfte gut besucht werden. Denn nirgendwo anders als auf diesem Teilstück des Sanierungsprojektes fließen so viele Verkehre ineinander. Zwischen Wolthuser Straße und Philosophenweg fädeln sich die Nordertorstraße und die Straßen Am Marienwehrster Zwinger sowie Außer dem Nordertor ein, zudem müssen Fuß- und Radverkehr zwischen den beiden Wallaufgängen berücksichtigt werden. Zudem ist der 200 Meter kurze Abschnitt zugleich das Nadelöhr nach Wolthusen. An dem Engpass soll bald ein Haus abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Das alles wirft Fragen darüber auf, wie die Anlieger in der Bauphase überhaupt aus den Stadtteilen Tholenswehr, Wolthusen und Uphusen in die Innenstadt kommen können – und natürlich retour.
Antworten darauf sollen also bald folgen. Entsprechend der Planungen müssen dann noch Angebote von Baufirmen eingeworben werden. Nicht zuletzt von diesem Ergebnis – und davon, ob es überhaupt genügend Bewerber gibt, wird abhängen, wann und wo weiter saniert wird.
