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Serie „Ehrenamt“ in Emden Wie der Vater, so der Sohn


Sind beide aus Überzeugung beim THW aktiv: Willy Bruns (links) und sein Sohn Yannick Janßen.
Kornelia Sojka

Sind beide aus Überzeugung beim THW aktiv: Willy Bruns (links) und sein Sohn Yannick Janßen.

Kornelia Sojka

Emden - Die Corona-Pandemie hat deutlich gemacht: Es braucht noch mehr ehrenamtliches Engagement als zuvor, sei es im Impfzentrum, bei der Fürsorge für ältere Menschen oder Menschen in häuslicher Quarantäne, die Lebensmittel benötigen. Ob bei der Nachhilfe von Schülern, in der Altenpflege, Flüchtlingshilfe oder in vielen anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens – ohne die vielen Freiwilligen, die mit ihrem Wirken etwas für die Gesellschaft tun, wäre für viele die Lebensqualität deutlich geringer. In unserer Serie „Ehrenamt“ stellen wir einige dieser Menschen vor. Heute Wilhelm (Willy) Bruns und Yannick Janßen.

Ihr Engagement für das Technische Hilfswerk (THW) zieht sich bei Willy Bruns (56) und seinem Sohn Yannick Janßen (21) gewissermaßen wie ein blauer Faden durch ihr Leben. Schon der Vater von Willy Bruns war beim THW aktiv. Als der kleine Willy – damals schon technisch stark interessiert – in der Anlage des Kleingartenbauvereins an der Larrelter Straße – die Eltern hatten eine Parzelle – beobachten konnte, wie THW-ler für die Elektrifizierung Hochspannungsmasten errichteten, da hat es ihn nach eigenen Angaben gepackt. Willy Bruns ist heute seit mehr als vier Jahrzehnten beim THW aktiv.

Einsätze im In- und Ausland

Der 56-Jährige ist beim THW-Ortsverband Emden Zugführer des Technischen Zugs und in dieser Funktion unter anderem für die Grundausbildung des Nachwuchses verantwortlich. „In erster Linie vermittle ich viele handwerkliche Fähigkeiten“, wie er im Gespräch mit dieser Redaktion erläutert. Im Laufe der über 40 THW-Jahre kann er auf viele Einsätze im In- und Ausland zurückblicken. Das THW steht Menschen in Not- und Unglücksfällen mit Technik, Wissen und Können zur Seite. Ziel ist es, Menschen, Tiere und Sachwerte zu retten und zu schützen, betont er.

Viele Hilfstransporte hat er ausgeführt, wie die gen Osten nach der Reaktorkatastrophe 1986 in Tschernobyl. 1994 war er, ausgelöst durch die ethnischen Unruhen in Ruanda (damals töteten radikale Hutu innerhalb weniger Wochen 800.000 Tutsi), in einem Flüchtlingscamp in der Stadt Goma im benachbarten Zaire (heute: Republik Kongo) im Einsatz. Zu seinen Aufgaben zählte es, die Trinkwasserversorgung für das Flüchtlingscamp zu sichern. „Drei Millionen Liter Wasser haben wir täglich aus einem benachbarten See entnommen, aufbereitet und es im Camp verteilt“, erinnert er sich. In den Jahren danach folgten etliche Hochwassereinsätze in verschiedenen Orten entlang der Elbe, aber auch in Osnabrück. Die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal im vergangenen Jahr rief auch das THW Emden auf den Plan. Der 56-Jährige hat mehrere Einsatzkräfte aus Emden dort hingebracht und wieder abgeholt – darunter befand sich auch sein Sohn Yannick, der im Ahrtal seinen ersten großen Einsatz hatte und dabei erste Erfahrungen als Truppführer sammeln konnte.

Viele Stunden im Jahr

Dem 21-jährigen, der bei der Stadt Emden eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten absolviert, ist es mit dem THW ähnlich ergangen wie seinem Vater. Yannick Janßen hatte in jungen Jahren die Gelegenheit, Einblick in ein großes Jugend-Zeltlager des THW zu bekommen. Das hat ihn fasziniert. „Für mich stand glasklar fest, ich gehe zum THW und mache das zu meinem Hobby“, sagt er. Bei erster Gelegenheit trat er dem Ortsverband Emden bei. Das war vor elf Jahren. Mittlerweile ist er Gruppenführer und für die Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung verantwortlich. Am THW reizt ihn nicht nur die Aufgabe, Menschen zu retten und zu helfen, sondern auch die Kameradschaft unter den Einsatzkräften und die Möglichkeit, so viele unterschiedliche Fertigkeiten zu erlernen. Als Beispiel nannte er das Bedienen eines Radladers, das Fahren mit einem Lkw oder Boot. Der junge Gruppenführer empfindet es als persönliche Bereicherung, derartiges zu können. Das ist es ihm wert, rund 500 Stunden im Jahr für das THW zu opfern. Bei Vater Willy waren es mal inklusive der Dienstabende 1000 bis 1200 Stunden. Das hat sich aber in den vergangenen Jahren auf aktuell 700 bis 800 Stunden im Jahr eingependelt, rechnet er laut nach.

Kornelia Sojka Emder Zeitung
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