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Serie „Ehrenamt“ in Emden „Aufhören ist für uns keine Option“

Stephanie Schuurman
Mit ihnen steht und fällt alles: Manfred Fokken und Reiner Schuchardt.

Mit ihnen steht und fällt alles: Manfred Fokken und Reiner Schuchardt.

Stephanie Schuurman

Emden - Die Corona-Pandemie hat deutlich gemacht: Es braucht noch mehr ehrenamtliches Engagement als je zuvor. Sei es bei der Fürsorge für ältere Menschen in häuslicher Quarantäne, ob bei der Nachhilfe von Schülern, in der Altenpflege, Flüchtlingshilfe oder in vielen anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens – ohne die vielen Freiwilligen, die mit ihrem Wirken etwas für die Gesellschaft tun, wäre für viele die Lebensqualität deutlich geringer. In unserer Serie „Ehrenamt“ stellen wir einige dieser Menschen vor. Heute: Reiner Schuchardt und Manfred Fokken von der Interessengemeinschaft Emder Radfahrer (IER).

Eigentlich gebührt an dieser Stelle jedem einzelnen des Duos ein eigener Artikel. Der eine hat sich im Laufe der Jahrzehnte den Titel „Fahrrad-Papst von Ostfriesland“ erworben, der andere ist kaum minder aktiv bei der Sache, wenn es ums Vereinsleben und Radfahren geht. Beide bilden den harten Kern der IG Emder Radfahrer, die vom einstigen ADFC-Verband übriggeblieben ist. „Mit uns beiden steht und fällt alles“, sagen Reiner Schuchardt und Manfred Fokken. „Aufhören ist deshalb keine Option.“

Ohne Vorstand

Dabei sind beide nicht mehr die Jüngsten. Fokken erreicht in Kürze das 82. Lebensjahr, Schuchardt ist 78. Aber ganz offensichtlich zahlt sich die Passion fürs Fahrradfahren aus. Beide sind so fit, dass sie die Aktivitäten der einstigen Emder ADFC-Gruppe federführend weiter organisieren. Denn auch wenn diese mangels Personals für die Vorstandsarbeit aufgelöst worden ist, bleibt das Hauptanliegen, die Förderung des Fahrradtourismus und Radfahren in der Gemeinschaft, bestehen.

Und ihr Engagement ist gefragt. Aktuell vor allem bei den beliebten Fahrradtouren. Die Saison mit kürzeren und längeren Routen durch Ostfriesland und per Bahn bis ins Emsland startet im April. 24 Ausfahrten bis Oktober in diesem Jahr, die alle am Wasserturm starten, meist unverbindlich sind und keiner Mitgliedschaft in irgendeinem Verein bedürfen. Um die 70 bekannte Gesichter sind es in der Regel, die mit viel Freude bei der einen oder anderen Tour mitradeln.

„Winterbrief“

Damit alle bei der Stange bleiben, gibt es auch ein Winterprogramm. Das ist Sache von Fokken. Weihnachtsfeier im Adler, Silvestermarsch um den Delft mit Einkehr, Kegeln und Grünkohlessen, Teenachmittag – den „Winterbrief“ mit dieser Liste verfasst der ehemalige Versicherungsmakler und Schatzmeister des BSV Kickers Emden (1975-1981), Präsident des Kegelclubs „Attacke“ (1985-2015), Fahrradcodierer im Präventionsrat (2010-2022) und aktive Radfahrer im ADFC/IER, Manfred Fokken. In der Vereinsarbeit kennt er sich also aus und weiß um die Wichtigkeit des Rahmenprogrammes. „Damit wir uns nicht aus den Augen verlieren“, sagt er.

Reiner Schuchardt startete seine Ehrenamts-Karriere schon 1956, seinerzeit noch in Frankfurt/Main beim „Arbeiter-Rad- und Kraftfahrerbund“. Der ehemalige Berufssoldat machte dann Station in Wilhelmshaven mit Jugendarbeit in Sachen Radsport und legte ab 1973 in Emden los: Radfahren im Emder Turnverein, 1977 Gründungsmitglied der Radsportabteilung „Sprinter Emden“, seit 1986 Mitglied in der Bundes-Ehrengilde Deutscher Radfahrer, 1987 Gründungsmitglied Kreisverband Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Emden und Radtourenwart, 1989 Gründungsmitglied Emder Laufgemeinschaft - und die Liste lässt sich bis heute, nicht zuletzt mit dem Coup der IER-Gründung, beliebig fortsetzen.

Kritik und Dank

Neben den vereinsorganisierten Aktivitäten mischt Schuchardt seit vielen Jahren beratend bei der Radverkehrsplanung der Stadt Emden mit – auch wenn all‘ seine Kritik, der sich im Übrigen auch Fokken anschließt, in einigen Punkten nicht fruchteten. Beispielsweise bei den wieder auf die Straße verlegten Radwege auf der Wolthuser Straße, zu den unkomfortablen Radstreifen Zwischen beiden Bleichen und nicht zuletzt dem unübersichtlichen Verkehrsversuch auf der Neutorstraße. Dass die Eisenbrücke übers Tief im Herrentor als Radverbindung steht, schreibt er sich dagegen sehr wohl zu.

Planen und beraten

Schuchardts Wissen wurde auch dankbar bei anderen Projekten angenommen. Verewigt beispielsweise bei der Friesen-Route „Rad up Pad“ des Landkreises Aurich oder die Krummhörner Kirchturm-Tour, für die er sich als Wegewart verantwortlich zeichnet.

Touren auffrischen, planen, beratend fürs Radwegenetz zur Verfügung stehen – das ist die Mission der Doppelspitze. Und ans Aufhören denken sie noch lange nicht, auch wenn selbst Schuchardt inzwischen das Pedelec wählt, um bis zu 70 Kilometer langen Strecken im Vorfeld abzufahren.

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