Emden - Die Corona-Pandemie hat deutlich gemacht: Es braucht noch mehr ehrenamtliches Engagement als je zuvor, sei es im Impfzentrum, bei der Fürsorge für ältere Menschen, bei der Hilfe der Menschen in häuslicher Quarantäne, die Lebensmittel benötigen. Ob bei der Nachhilfe von Schülern, in der Altenpflege, Flüchtlingshilfe oder in vielen anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens – ohne die vielen Freiwilligen, die mit ihrem Wirken etwas für die Gesellschaft tun, wäre für viele die Lebensqualität deutlich geringer. In unserer Serie „Ehrenamt“ stellen wir einige Menschen vor: heute Robert und Frederik Jabin.
Sofort dabei
Für den 43-jährigen Robert Jabin ist ehrenamtliches Engagement eine Selbstverständlichkeit. Damit ist er aufgewachsen. Schon seine Eltern haben sich aktiv dafür eingesetzt, dass es anderen Menschen besser geht. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass ihn sein zwölfjähriger Sohn Frederik heute bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit unterstützt. Robert Jabin pflegt freiwillig die Grünanlage des Emder Hospiz. Angefangen damit hat er im Frühling des vergangenen Jahres zusammen mit weiteren fünf Freiwilligen.
Über seine Kollegin Andrea Risius, Bürgermeisterin und CDU-Ratsfrau in Emden, erfuhr er sehr früh von den Plänen des Emder Hospiz und den Bau. Auch die anschließende Entwicklung des Projektes verfolgte er sehr interessiert. Risius und Jabin arbeiten hauptberuflich für den Ferienanbieter an Nord- und Ostsee, der Emder Upstalsboom GmbH und Co KG. Das Unternehmen selbst steht nach eigenen Angaben für eine werteorientierte Unternehmensphilosophie und fördert soziale und ökonomische Bereiche.
Als für die Gartenpflege des Hospizes Freiwillige gesucht wurden, meldete sich Robert Jabin – und auch Sohn Frederik wollte sofort mithelfen, wenngleich seine Motivation mehr von der Tätigkeit selber ausgeht. Denn Frederik liebt Gartenarbeit, insbesondere das Rasenmähen. So kommt Vater Robert in seinem eigenen Garten selten noch dazu, den Rasen zu mähen, weil Sohnemann das schon mit großer Freude erledigt hat. „Es bereitet einfach Freude zu sehen, was man geschafft hat“, verteidigt der Zwölfjährige seine Vorliebe im Gespräch mit dieser Zeitung. „Eine gepflegte Grünanlage ist schön anzusehen.“ Für den Schüler, der in seiner Freizeit das Leben auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Ihlow kennenlernt, steht eine berufliche Zukunft in der Landwirtschaft deshalb schon fest.
Anfangs hatte Robert Jabin Bedenken, was die Unterstützung seines Sohnes angeht. Die Skepsis hielt aber nicht lange an. Sie haben über die Einrichtung Hospiz gesprochen, über die Gäste des Hauses und deren Angehörige, über den Tod im Allgemeinen und den im Hospiz. „Wenn ein Sarg aus dem Haus getragen wird, ist es natürlich eine unschöne Situation“, räumt Robert Jabin ein. Auf der anderen Seite erfahren Vater und Sohn aber auch viel Freude. Ein kurz geschnittener Rasen, gestutzte Sträucher und gepflegte Beete – Mitarbeiter und Gäste des Hospiz sind überaus dankbar für jegliche Arbeit in der Außenanlage und machen das auch deutlich – durch ein Lächeln, ein lobendes Wort, eine Handbewegung.
Weitere Helfer gesucht
Weniger erfreulich hingegen ist, dass von dem mehrköpfigen Team, das 2021 mit der Pflege der Grünanlagen begonnen hatte, nur noch wenige geblieben sind. Obwohl Robert Jabin fast jeden Samstag zwei bis zweieinhalb Stunden in der Grünanlage tätig ist, ist er selber manchmal enttäuscht darüber, dass er einfach nicht so viel geschafft hat, wie er wollte. Er wünscht sich deshalb mehr Unterstützung von Freiwilligen. Insbesondere auch deshalb, weil der Zwölfjährige seine Mithilfe seit dem Sommer etwas einschränkt, weil er auch das Rudern für sich entdeckt hat. Zwar hilft stattdessen nun auch Mutter Saskia. Aber mehr Mitstreiter werden trotzdem gebraucht, insbesondere mit Blick auf Urlaubszeiten.
Wer bei der Pflege der Außenanlage des Emder Hospizes mithelfen möchte, kann sich an die Einrichtung unter der Telefonnummer 0 49 21/99 34 653 wenden.
