Emden - Noch wartet die große Emder Aufräumaktion „Saubere Stadt“ nach gut zwei Jahren Corona-Pause auf ihre Reaktivierung. Dafür haben sich jetzt zwei Einzelinitiativen unabhängig voneinander auf den Weg gemacht, auf eigene Kappe Müll aufzusammeln – möglichst dauerhaft. Mitstreiter sind willkommen.
Gewässer-Clean-Up
Alfred Kieselbach möchte mit einem Gewässer-Clean-Up am Sonntag, 6. Februar, zumindest im Bereich der Kanäle und Gräben in die Bresche springen. Mit Kajaks und Kleinbooten, so die Idee, könne Wegwerfmüll prima aufgefischt und gleichzeitig Corona-Abstand gehalten werden. „Auf meinen Kajakfahrten habe ich immer schon Müll aufgesammelt, aber gerade im Lockdown – wo mehr Leute aufs Wasser ausgewichen sind – ist das viel mehr geworden“, sagt er. Daher findet er es „echt mal nötig“, sich frühzeitig vor Brutzeit-Beginn zum Gewässerputz zusammenzutun. Über Facebook hat er Gruppen mit Kajakfahrern, Anglern, Naturinteressierten angesprochen. Acht Boote sind schon angemeldet. „Schön wäre, wenn wir noch mehr gewinnen könnten, um so was eventuell jährlich zu machen und mehr Bewusstsein zu schaffen, dass man seinen leeren To-go-Becher auch mal ein Stück weiter bis zum nächsten Mülleimer tragen kann.“
Treffpunkt ist um 10 Uhr an der Kesselschleuse. „Auch Unterstützung zu Fuß an den Gräben ist willkommen“, sagt Kieselbach. Super findet er, dass der Bau- und Entsorgungsbetrieb für Handschuhe, Säcke und den Abtransport des Gesammelten sorgt.
Barenburg
Bereits gestartet ist die neue Müllsammelaktion, die Heidemarie Heyer vom Treffpunkt Barenburg im Stadtteil organisiert hat. Am Dienstag sammelte sie zusammen mit dem aus Kolumbien stammenden Ehepaar Catrin Argoti und William Collazos zwei Säcke voll Unrat vom Rand der Geibelstraße auf. Die zwei leben seit 2021 im Stadtteil, lernen gerade deutsch und konnten gleich ein paar neue Wörter wie Glasflaschen, Plastiktüten und „Tretminen“ einüben. Spontan halfen auch einige Grundschulkinder mit, die dabei sogar noch einen brauchbaren Ball zum Spielen fanden. Beim Transport des übrigen Unrats half ein Handwagen, den die Barenburgerin Berendine Bamminger über den Stadtteilfonds besorgt hat.
„Ich hatte die Aktion schon länger geplant, um die Bemühungen des früheren Stadtteilbeirates für ein sauberes Barenburg fortzusetzen“, sagte Heyer. Das sei auch beim Bürger-Tee-Talk 2020 mit dem Oberbürgermeister gefordert worden. Und nachdem die Aktion „Saubere Stadt“ derzeit auf Eis liegt, passe das jetzt erst recht.
Interessierte können immer dienstags ab 14.30 Uhr teilnehmen, Treffpunkt: Heinrich-Heine-Straße 13. Es gelten die aktuellen Abstands- und Hygieneregeln.
