Am Internationalen Tag der Pflege soll vor allem an die gedacht werden, die sich um Kranke kümmern. Doch was nutzt es, wenn an einem solchen Gedenktag außer vieler lobender Worte nichts weiter passiert? Sicherlich, das Thema wird mehr in die Öffentlichkeit gerückt und kann dadurch an Bedeutung gewinnen. Allerdings ist das angesichts der zahlreichen Gedenktage eher unwahrscheinlich. Dieses Jahr könnte es mit dem Tag der Pflege anders werden, weil uns allen – vor allem durch Corona – sehr bewusst geworden ist, was es bedeutet, wenn Pflegekräfte und Ärzte fehlen. Wir alle wissen, dass medizinisches Personal einer besonderen Belastung unterliegt, dennoch bleibt deren Bezahlung – übrigens auch die der Assistenzärzte in Kliniken – weit hinter dem, was einem gerechten Lohn entspräche. Doch die Finanzsituation lässt es angeblich nicht zu, Pflegekräfte besser zu bezahlen, obwohl kaum ein Land mehr Geld in seinem Gesundheitssystem zur Verfügung hat als Deutschland. Die Menschen, die für und mit Patienten arbeiten, sind das Herzstück des Systems, und dieses gilt es zu stärken. Stattdessen wächst die Bürokratie im Gesundheitswesen stetig, und die verursacht erhebliche Kosten.