Emden - Das Alarmsignal des I. Entwässerungsverbandes Emden hat offenbar Wirkung gezeigt. Nachdem dieser im letzten Jahr angesichts des boomenden Wassertourismus vor einer Zunahme von Uferschäden und Gefahren durch rasende Bootsfahrer auf den Kanälen und Binnengewässern gewarnt und flächendeckendere Kontrollen angemahnt hat, ist Bewegung in die Sache gekommen.
Quasi nebenbei betreut
„Wir hatten gute Gespräche mit der Polizei und haben jetzt auch bei der Inspektion Emden/Leer zwei Ansprechpartner für Gewässerkontrollen“, teilte Verbandsingenieur Jan van Dyk bei der jüngsten Vorstands- und Ausschusssitzung des Verbandes mit, der für die Instandhaltung vieler Kanäle und Tiefs zwischen Emden, Greetsiel und Aurich zuständig ist. Zuletzt hatte vor allem die Polizei Aurich/Wittmund solche Kontrollen vorgenommen und Emden quasi nebenbei mitbetreut.
Laut van Dyk soll es nun demnächst ein weiteres Treffen in Verbindung mit der neuen Befahrensordnung geben, die aktuell in der Mache sei. „Ich denke, dass wir in Sachen Kontrollen beim Wassertourismus dann künftig auch im Venedig des Nordens ganz gut aufgestellt sind, wie Emden wegen seiner Grachten ja auch gern genannt wird“, sagte van Dyk.
Obersielrichter Reinhard Behrends nutzte die Gelegenheit, noch einmal an den gesunden Menschenverstand der betreffenden Bootjefahrer zu appellieren – denn Raser beschädigen durch ihre Bugwellen nicht nur unnötig die Kanalufer, sie könnten sich auch mit anderen Nutzern ins Gehege kommen. „Sie tun sich und anderen keinen Gefallen, wenn sie über die Gewässer jagen“, unterstrich er. „In der Corona-Zeit haben viele den Urlaub zu Hause entdeckt, viele sind in den Kanälen schwimmen gegangen – wenn dann noch mehr PS-starke Boote unterwegs sind, ist es oft nur Zufall, wenn nichts passiert.“
Nicht direkt verurteilen
Behrends will das nicht als Pauschalverurteilung des motorisierten Wassertourismus verstanden wissen. „Der Großteil der Motorbootfahrer verhält sich vernünftig – wir reden hier über eine Minderheit“, betonte er. „Aber es wäre schön, wenn die künftig etwas disziplinierter auf den Gewässern unterwegs wäre.“
