Emden - Ein schwimmender Weihnachtsmarkt, wie es ihn bis 2010 in Emden gab, soll es zwar nicht wieder werden, wohl aber eine Attraktion auf dem Wasser: Die Museumsschiffer wollen ihre Schiffe in diesem Jahr wieder an den Engelkemarkt anbinden und dafür einen Ponton als Brücke zwischen Hafentor und Schreyers Hoek legen. Weil in Zeiten des Verkehrsversuchs eine Sperrung des Rathausplatzes keine Option ist, suchen die Beteiligten nach Lösungen, um den Delft mit in den Weihnachtsmarkt einzubeziehen. „Wir wollen einen Rundumlauf ermöglichen“, sagte Heinz-Günther Buß, Vorsitzender des Feuerschiffs und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Museumsschiffer.
Diskussion am Mittwoch
Noch ist es aber lediglich eine Idee, die am Mittwoch mit den Weihnachtsmarktorganisatoren diskutiert werden soll. Einen entsprechenden Ponton hat Buß bereits angefragt. Dieser liegt aktuell im Jarßumer Hafen und dient dem Wasser- und Schifffahrtsamt eigentlich als Arbeitsplattform. Das Amt habe sich aber schon bereiterklärt, den Ponton für die Zeit des Weihnachtsmarkts zu vermieten. Dann allerdings müsste die Plattform mit einem Geländer oder Marktbuden versehen werden, um für die Sicherheit der Besucher zu sorgen. „Vielen ist die Runde bis zur Eisenbahnbrücke im Winter zu weit“, weiß Buß. Deshalb sei ein kleiner Rundlauf bis zum Hafentor und dann übers Wasser nach Schreyers Hoek für ihn und seine Kollegen von der Arbeitsgemeinschaft eine gute Option und noch dazu eine Attraktion.
Davon ist auch Wilhelm Eilers, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Schaufenster, überzeugt. Er war schon 2001 federführend an der Organisation des schwimmenden Weihnachtsmarkts beteiligt. Damals kam der 50 Meter lange und 10 Meter breite Arbeitsponton ebenfalls vom Wasser- und Schifffahrtsamt, allerdings aus Schleswig-Holstein. „So ein 1000-Tonnen-Teil in den Delft zu legen, ist nicht so einfach“, weiß Eilers. Das sei damals ein „Riesenaufwand“ gewesen und letztlich an den immer höher werdenden Auflagen, steigenden Kosten und der mangelnden Akzeptanz in Teilen der Bevölkerung gescheitert. 2010 hatte es deshalb zum letzten Mal einen schwimmenden Weihnachtsmarkt gegeben.
„Viel Herzblut“
„Heute jammern sie dem alle hinterher“, ist Eilers Erfahrung. Er hält den neuerlichen Vorstoß deshalb für eine gute Idee, denn „die Anbindung an den Weihnachtsmarkt ist für die Schiffe enorm wichtig.“ Und eine Querverbindung übers Wasser würde die Besucher motivieren, auch einmal bei den schwimmenden Museen vorbeizuschauen. Was aus dem Vorschlag wird, muss sich aber erst noch zeigen, denn wie so oft, ist die Finanzierung des Ganzen bislang nicht geklärt. „Es ist alles noch ein Gesprächsthema“, sagte Buß, der aber keinen Zweifel daran lässt, dass der Vorstoß für ihn „mit viel Herzblut“ verbunden ist.
