Emden - Mehr als 500 Kilometer trennen den Dollart und den Strelasund. Trotzdem rückten beide Regionen an Nord- und Ostsee unlängst ganz nah zusammen. Näher, als es den beiden Inhabern des noch jungen Café-Bistros am Neuen Markt in Emden lieb sein konnte. Mit dem „Störtebeker“ waren Tolga Öztürk und Halil Kalmaz im August 2020 an den Start gegangen. Dann folgte zwischenzeitlich die Verkürzung auf „Störte“. Inzwischen gibt es einen dritten Namen. „Der Ostfriese“ steht nun über der Eingangstür des ehemaligen „Sam’s“.

Tolga Öztürk liefert im Gespräch mit dieser Redaktion den Grund dafür: „Die Brauerei hatte sich beschwert.“ Die Brauerei, das ist die Störtebeker Braumanufaktur GmbH in Stralsund, deren Bier das Café am Neuen Markt nach wie vor ausschenkt. Doch die Stralsunder betreiben laut Öztürk zwei Läden mit ähnlichem Konzept in Stralsund und Hamburg. Eine dritte Gaststätte gleichen Namens, die aber nicht zum Unternehmen an der Ostsee gehört, das gefiel dem Brauunternehmen offenbar nicht. Die ersten Gespräche dazu fanden vor über einem Jahr statt, sagt Tolga Öztürk. „Es gab aber keinen Prozess, wir haben uns so geeinigt.“

Dabei hatten die zwei Emder laut Öztürk schon vor der Eröffnung 2020 mit dem Außendienst der Brauerei über den Namen ihres Cafés gesprochen. „Die waren damals davon begeistert.“ Die Unternehmenszentrale allerdings nicht. Gleichwohl spricht Tolga Öztürk von einer „angenehmen Kommunikation“ mit den Stralsundern.

Am Ende haben die beiden Geschäftspartner den Namen „von uns aus“ geändert. Öztürk: „Wir haben immer im Kopf gehabt, dass es ein Name sein soll, der einen Bezug zur Region hat.“ Intern sei „hin und her argumentiert“ worden, herausgekommen ist dabei „Der Ostfriese“. Das neue Schild prangt schon über dem Eingang. Neue Speisekarten mussten angefertigt werden, ebenso T-Shirts fürs Personal, die jedoch noch in Arbeit sind. Und Anwaltskosten waren am Ende auch zu begleichen.

Unter den Gästen sei die Namensänderung natürlich ein Thema. „Wir werden sehr oft darauf angesprochen“, sagt Öztürk. Er und Kalmaz sind überzeugt, dass der Wechsel im Namensschild vom wenig zimperlichen Seeräuber zum (in der Regel) friedlichen Ostfriesen niemanden von einem Besuch abhalten wird. „Wir machen einfach das Beste daraus“, sagt Kalmaz. Und Öztürk fügt lächelnd hinzu: „Ist doch gut, wenn über uns geredet wird.“

Axel Milkert
Axel Milkert Emder Zeitung (Leitung)