Emden - So, wie sie jetzt aussieht, sieht sie schon lange aus: Emdens 1a-Einkaufslage, die Straße Zwischen beiden Sielen. 1972 wurde sie umfänglich saniert, vielleicht auch noch einmal in den frühen 1980er Jahren, doch das wusste bei der Stadt Emden keiner mehr so genau. In Sommer 2023 soll die ehemals erste Fußgängerzone rundum saniert im Baustil des Neuen Marktes fertiggestellt sein. Sitzbänke, kleine eckige Straßenlaternen, Klinkerpflaster und Lichteffekte sind geplant. Was das genau kosten wird, steht noch nicht fest. Bis zu 400 000 Euro waren es bei den ersten Planungen 2019 für die rund 120 Meter lange Straße und den „Roten Platz“ vor der Löwen-Apotheke. Ob das so bleibt, ist fraglich. „Wir können das noch nicht genau abschätzen, die Preisentwicklung ist enorm“, sagte Stadtbaurätin Irina Krantz. Aber sie machte auch Mut. Mittlerweile übernehmen Bund und Land zwei Drittel der Sanierungskosten, eine Deckelung, die bisher galt, ist aufgehoben. Krantz: „Mit einer kleinen Chance könnte es sogar für die Stadt günstiger werden.“
Neue Leitungen undneue Abwasserkanäle
Aber das bleibt eben abzuwarten. Vor September fangen diese Arbeiten, bei denen gepflastert und die Straße neu ausgestattet wird, ohnehin nicht an. Während der Haupttouristenzeit zwischen Ende Juni bis September ruht die Baustelle. Als Erstes werden die Stadtwerke Emden (SWE) und der städtische Bau und Entsorgungsbetrieb (BEE) schon in wenigen Tagen beginnen. Die SWE werden vermutlich nur gut sechs Wochen benötigen, um Gas-, Strom-, Wasser- und Glasfaser-Internetleitungen zu den 30 Häusern zu verlegen. Für die Hausanschlüsse mit Glasfaserkabeln muss auch keiner extra bezahlen, hoben Joachim Ehmen und Rolf Kramer von den Stadtwerken hervor. Diese SWE-Leitungsarbeiten – sie werden mit rund 200000 Euro beziffert – wird die Emder Firma Huchtmann übernehmen, die diese schon 1972 ausgeführt hatte.
Heidi Lömker (77) aus Emden: „Ich hoffe nicht, dass der Umbau negative Auswirkungen auf die Geschäfte hat. Es ist traurig, so viel Leerstand. Aber viele bestellen auch nur noch im Internet. Die Straße hat es aber auch dringend nötig, saniert zu werden.“
Frerich Geerken (61) aus Emden: „Es ist gut, wenn hier einmal saniert wird und das Pflaster neu gemacht wird. Das ist ja alles schon ziemlich alt und kaputt. Vielleicht hilft es auch, dass wieder mehr Läden in dieser Straße da sind.“
Marlon Bornemann (18) aus Emden: „Das wäre wirklich gut, wenn hier die Straße neu gemacht wird. Das ist alles schon etwas in die Jahre gekommen und wenig attraktiv. Mal sehen, vielleicht kommen auch neue Geschäfte, wenn das alles hier erneuert ist.“
Sonja Heinks (41), aus Emden: „Gut, endlich. Hier ist es schon ziemlich holperig auf dem Pflaster, und schön sieht das alles auch nicht mehr aus. Es wäre gut, wenn die Sanierung auch den Geschäften helfen würde und hier noch einmal etwas Neues eröffnet.“
Foline Müller (63) aus Emden: „Es wird eigentlich Zeit, hier was zu machen. Aber bei knappen Kassen sollte man lieber das Geld in Kindergärten und Schulen stecken, da wird es auch dringend benötigt, mehr noch als in der Einkaufsstraße.“
Lisa-Maria Waalkes (17), aus Emden: „Besser ist das, hier mal etwas zu machen. Seit ich lebe, sieht das hier so aus. Das wäre schon schön, wenn das zeitgemäßer aussieht und vielleicht hier mal ein CD- und Plattenladen hinkommt, wie es die früher gab.“
Der (BEE) wird die Abwasserkanäle erneuern. Der Hauptkanal sei – bis auf kleine Ausbesserungsarbeiten – noch gut in Schuss. „Zum Glück“, sagte BEE-Abteilungsleiter Torsten Holtz. Wäre das nicht der Fall gewesen, würden die Arbeiten erheblich aufwendiger und teurer werden.
Offizieller Baustart ist Ende des Monats. Dann wird erst einmal ein 4,50 Meter breiter und 120 Meter langer Bauzaun in der Mitte der Straße errichtet. Dort wird zuerst gebuddelt. Startpunkt ist an der Löwen-Apotheke, sobald ein Teilstück – es sind vier Abschnitte – fertig ist, wird der Mittelstreifen mit Schotter aufgefüllt und die Straße dort wieder betretbar sein. Das alte Material wird etwa dreimal am Tag über die Neutorstraße Richtung Agterum abtransportiert. „Das erfolgt dann entgegen der Fahrtrichtung mit entsprechendem Sicherheitspersonal“, erklärte Hinrich Post von der Verwaltung. Er machte auch deutlich, dass die Sondernutzung, also Verkaufsstände vor den Läden, während der Bauzeit nicht möglich ist.
Platane vor derApotheke bleibt erhalten
Johannes Amman von der Stadtplanung erläuterte, dass die Platane vor der Apotheke erhalten bleibt und dort auch eine runde Sitzbank aufgebaut wird. Die Fahrradständer verschwinden jedoch, um eine Platzsituation zu erhalten. Räder können wenige Meter weiter in der Pottgießerstraße beim Parkplatz abgestellt werden. Amman: „Wenn alles fertig ist, wird das eine Gestaltung ähnlich dem Neuen Markt sein.“
