Emden - Letzte Arbeiten laufen noch, die Schlussrechnung ist noch nicht gestellt. Fest steht aber: Am 1. April wird das Feuerschiff Amrumbank / Deutsche Bucht erstmals nach langer Pause wieder für Besucher in Emden öffnen. Den Auftakt macht die Wiedereröffnung des Bord-Restaurants. Es folgen die Eröffnung des Museums und auch wieder Trauungen an Bord.
„Es ist ein außergewöhnlich glücklicher Tag“, sagte der Vorsitzende des Feuerschiffvereins, Heinz-Günther Buß, am Mittwoch anlässlich der Wiedereröffnungspläne. „Endlich können wir wieder anfangen, ein Schiff zu sein.“
Nach über zweieinhalbjähriger Pause wird der Verein dann auch erstmals wieder selbst Geld verdienen können. Zuerst verhinderte der Corona-Lockdown Einnahmen durch Besucher oder Pacht. Dann verzögerte die dauerdefekte Eisenbahnklappbrücke geplante Werftaufenthalte zur Generalsanierung des Schiffes oder eben die Rückkehr an den angestammten Liegeplatz im Ratsdelft. Obendrauf kam noch die Bohrloch-Attacke, die wiederum eine teure Reparatur nach sich zog.
Am Ende werden die Gesamtausgaben fünf Millionen Euro deutlich überschreiten, wie Buß und sein Stellvertreter Hermann Fricke erklärten. Abgerechnet werden soll im Juni/Juli. Doch schon heute attestierten die beiden ihrem Schatzmeister Heinz Salewski eine „gelungene Mammutaufgabe“, weil es trotz aller Widrigkeiten gelungen sei, allen Verpflichtungen nachzukommen. Die Grundsanierung des Museumsschiffes habe dabei alle an die Grenzen der Ehrenamtlichkeit gebracht, gleichzeitig alle Beteiligten in ihrer Zusammenarbeit gefestigt.
Bei aller Freude stehen allerdings noch zwei Problemfelder im Weg, die wiederum eng mit der Chaosbrücke verstrickt sind. Zum einen hat das Feuerschiff nach der Generalsanierung noch keine Fahrgenehmigung. Dazu sind eine Krängung, also Stabilisierungsfahrt und eine Probefahrt unter Volllast notwendig – die wiederum nur durchgeführt werden können, wenn die Brücke wieder funktionstüchtig ist. Der von der Bahn zugesagte Reparaturstichtag Mitte Mai oder spätestens zum Matjes-Fest wird vom Feuerschiff-Vorstand stark angezweifelt.
Zum anderen hofft der Vorstand noch auf weitere Fördergelder für die notwendigen Ausfahrten und die Genehmigung. „20.000 Liter tankt man nicht eben so“, sagte Buß. „Wir wissen, was da noch an Kosten auf uns zu kommt.“ Umso wichtiger sei es, dass jetzt wieder Besucher zum Erhalt des Feuerschiffes beitragen können.
