Emden - Rund 120 Mitglieder hat der Förderkreis des historischen Seenotrettungskreuzers „Georg Breusing“, solch einen jungen Unterstützer hatte der Verein aber wohl noch nie: Mit nur sieben Jahren ist Niklas Vernholz aktuell das jüngste Mitglied an Bord des schnittigen Oldtimers, das in der Phalanx der Museumsschiffe im Emder Ratsdelft gleich ganz vorn beim Alten Rathaus im Wasser liegt. Das kann man wohl eine erfolgreiche Nachwuchsgewinnung nennen.
Spannende Geschichten
An Land gezogen hat den jungen Emder Fan Gerold Conradi (60), der Freund seiner Oma. Der Sprecher der Greetsieler Krabbenfischer, der selbst aber nicht mehr aktiv auf Granat-Jagd ist, war erst im vergangenen Jahr Mitglied beim Museumskreuzer geworden. Offenbar hatte er aber schon so viele spannende Dinge über die „Georg Breusing“ zu Hause berichtet, dass auch Niklas Interesse geweckt war. Als der Siebenjährige dann in der vergangenen Woche dem Förderkreis mit Erlaubnis seiner Eltern beitrat, wollte er natürlich das Schiff auch live und in Farbe sehen.
Diesen Wunsch erfüllten ihm die alten Hasen vom Rettungskreuzer natürlich gern und empfingen ihn jetzt zu einer Besichtigungsrunde an Bord.
„Der Junge war völlig von den Socken und hat alles erkundet, von der Maschine bis oben an Deck“, erzählte „Breusing“-Sprecher Thomas Fröhling. Und auch aus dem Jahrbuch der Seenotretter habe sich der Siebenjährige offenbar schon das eine oder andere angelesen. Gut möglich also, dass der junge Mann nicht nur künftig als ehrenamtlicher Gehilfe das Technik-Team der „Breusing“ unterstützt, sondern sich später einmal auch als aktiver Seenotretter engagiert.
Oma ist Autorin
Niklas’ besondere Begeisterung für die Seenotretter kommt nicht von ungefähr. Denn bei seiner Oma handelt es sich um keine Geringere als Silke Arends. Die Journalistin und freie Autorin hat sich nicht nur durch Kurzkrimi-Sammlungen, Reiseführer und Ostfriesland-Reportagen einen Namen gemacht, sondern auch durch ihr Seenotretter-Kochbuch.
Für Niklas gibt es demnächst wahrscheinlich ebenfalls noch etwas zum Auskosten: Wenn die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ihr Okay gibt, möchte die Crew der „Hamburg“ (Nachfolger der „Alfried Krupp“ auf Borkum) dem Jungen zeigen, wie es an Bord eines heutigen Rettungskreuzers aussieht.
