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Arbeiten sind mittlerweile eingestellt Emder Politiker wollen Bäume retten – zwei sind aber schon gefällt

Am späten Mittwochvormittag war einer der vier Ahorne bereits entfernt, ein zweiter stark beschnitten worden.

Am späten Mittwochvormittag war einer der vier Ahorne bereits entfernt, ein zweiter stark beschnitten worden.

Alf Hitschke

Emden - Der Versuch mehrerer Emder Ratsfraktionen, die Fällung von vier Ahornen vor dem Jugendzentrum Alte Post zu verhindern, kommt für mindestens zwei der Bäume zu spät: Ein Ahorn wurde am Mittwoch bereits komplett entfernt. Ein zweiter Baum war am späten Vormittag weitgehend zurückgeschnitten; nur der Stamm und Reste starker Äste standen noch. Auch für ihn gibt es keine Rettung mehr. Mittlerweile ruhen die Arbeiten – Stadtpressesprecher Eduard Dinkela am Mittag auf Anfrage dieser Redaktion: „Die Fällung ist erstmal ausgesetzt.“

Die FDP-Fraktion im Emder Rat und die Fraktion der Wählergemeinschaft Gemeinsam für Emden (GfE) hatten sich am Mittwochmorgen vehement gegen die Fällungen ausgesprochen. Die Arbeiten waren am Dienstag von der Stadt Emden ohne Nennung eines Termines angekündigt worden (diese Redaktion berichtete).

Warum soll gefällt werden ?

Das Wurzelwerk der vier Ahorne, die zwischen dem Gehweg der Cirksenastraße und dem Jugendzentrum Alte Post stehen beziehungsweise standen, war bei der Sanierung der Kelleraußenwand des Gebäudes beschädigt worden. Nach Einschätzung eines Baumgutachters ist die Standsicherheit der Bäume deshalb nicht mehr garantiert. Die Untere Umweltbehörde – die Stadt Emden selbst – habe die Fällung genehmigt, so Stadtpressesprecher Eduard Dinkela am Dienstag.

Auch auf dem Hinterhof des ehemaligen Postgebäudes, das seit langer Zeit als Jugendzentrum genutzt wird, waren in letzter Zeit Bäume gefällt worden. Ersatzpflanzungen seien geplant, so die Stadt Emden.

Was fordert die GfE ?

Jochen Eichhorn, Fraktionsvorsitzender der GfE, schreibt in seiner Email an Oberbürgermeister Tim Kruithoff und Stadtbaurätin Irina Krantz unter anderem: „Mit großem Entsetzen habe ich heute die Presse-Mitteilung des Pressesprechers zur möglichen Fällung von vier Ahornbäume im Bereich der Alten Post zur Kenntnis genommen. Aus technischer Sicht kann ich es nicht nachvollziehen, dass bei einer Drainage, die maximal 1,00 m und bei 0,8 m Grubenbreite in den Boden eingebracht wird, es handelt sich hierbei um einen so genannten Hochkeller, die Bäume im Wurzelwerk so beschädigt werden sollen, dass diese gefällt werden könnten. Dass ein möglicher Baumgutachter immer auf der sicheren Seite, allein schon zum Selbstschutz, auf Fällung argumentieren wird, ist in diesem Fall klar, d. h. für mich, dass die Bäume auch ,zum Abschuss’ freigegeben werden.“ In der Mail fordert Eichhorn neben dem Stopp der Fällarbeiten einen Ortstermin mit allen Fraktionen des Emder Rates und verweist zudem auf inhaltliche Übereinstimmung mit der Gruppe „Grüne feat. Urmel“: „Nach heutiger Rücksprache mit den Grünen würden diese auch einen Termin begrüßen ... .“

Was fordert die FDP ?

Kürzer fasst sich der FDP-Fraktionsvorsitzende Erich Bolinius. In seiner Mail an den Vorstand der Stadt Emden heißt es: „Moin, die nachstehende Pressemitteilung von Herrn Dinkela hat zu Fragen und Diskussionen in unserer Fraktion geführt, und zwar, ob es wirklich unbedingt notwendig ist, die 4 Ahornbäume zu fällen. Namens der FDP-Fraktion beantrage ich, dass der Gutachter uns vor Ort die Notwendigkeit der Fällung erläutert.“

Wie reagiert die Stadt Emden ?

In einer Pressemitteilung, die Stadtpressesprecher Eduard Dinkela am Mittwoch gegen 13 Uhr versendete, heißt es: „Die ... gutachterlich empfohlenen Verkehrssicherungsmaßnahmen (Fällung von 4 Ahornen) wurden heute Morgen durch Oberbürgermeister Tim Kruithoff zunächst gestoppt, nachdem die Fraktionen einen Ortstermin zwecks weiterer Erläuterung der Maßnahmen eingefordert hatten. Diesem Beratungsbedarf des Rates möchte der Oberbürgermeister natürlich entsprechen. Die Firma hat gleichwohl schneller gearbeitet als der Informationsfluss gewesen ist, so dass bereits 2 Bäume entfernt wurden. Der Ortstermin wird kurzfristig erfolgen – die Fällarbeiten sind eingestellt.“

Alf Hitschke
Alf Hitschke Emder Zeitung
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