Emden - Delft-Besucher haben es längst bemerkt: Die Tjalk liegt nicht mehr an der Promenade. Aber auch vor dem Vereinsgelände auf der Teufelsinsel sucht man das Holzschiff historischer Machart derzeit vergebens. Der Arbeitskreis für historischen Schiffbau in Ostfriesland hat den Nachbau des friesischen Handelsschiffs „Veerman van de Lemmer op Amsterdam“ zur Bültjer-Werft nach Ditzum verholt. Nicht nur der normale Check steht an. Voraussichtlich geht es auch dem Mast ans Holz.
Prüfen und sanieren
„Das Unterwasserschiff wird inspiziert, es werden einige Planken erneuert und ein neuer Unterwasseranstrich aufgetragen“, fasst Arbeitskreis-Tischlerin Inka Petersen die nötigen Punkte zusammen. Dann werde der Mast gezogen und überprüft. „Dies wollen wir nutzen, um das stehende Gut und die Blöcke zu sanieren.“ Zum stehenden Gut gehören etwa die Wanten, also das Tauwerk, das als Abspannung den Mast stützt.
Als „Glühwein-Lounge“
Das alles dauert. Pünktlich zum Weihnachtsmarkt aber soll die Tjalk wieder im Delft liegen und als schwimmende „Glühwein-Lounge“ dienen, wie Petersen es nennt. „Es kann allerdings sein, dass sie erst mal ohne Mast zurückkommt“, sagte sie. Denn dass dieser seit dem Bau der Tjalk – der Ende der 1990er-Jahre noch mit Hilfe der Larrelter Jugendwerkstatt begonnen wurde – die beste Zeit hinter sich hat, ist dem Verein schon seit dem letzten Jahr bewusst. Da ein neuer Mast aber teuer wäre, soll er möglichst in Eigenleistung hergerichtet werden, wie der Vorsitzende Alfred Marahrens damals signalisierte.
Schmirgeln und streichen
In diesem Zusammenhang nun werden interessierte Menschen gesucht, die den Arbeitskreis bei den aktuellen Arbeiten tatkräftig ehrenamtlich unterstützen. Hauptsächlich brauche es Leute, die unter Anleitung schmirgeln und streichen, sagt Petersen. Aber auch beim Abbauen, Reinigen und Neuaufbau der Zeltplanen darf mit angepackt werden. „Und geschickte Hände können später bei der Überholung der Takelage helfen“, ergänzte die Bootsbauerin.
Wer bei der Tjalk mithelfen möchte, kann sich telefonisch unter 0176/95668854 oder per E-Mail an ahoi@ahs-o.de melden.
