Es sind Landtagswahlen in diesem Jahr. Wer es bisher noch nicht gemerkt hat, der sieht es nun auch an der gesundheitspolitischen Entscheidung für neurologische Klinikbetten in Leer und Lingen. Die SPD-Gesundheitsministerin entscheidet entgegen den Rat der Experten. Die mitregierenden CDU-Abgeordneten aus Leer und dem Emsland jubilieren, genauso wie die Genossen. Es ist also quasi ein Wahlgeschenk der großen Koalition. Dass solche Geschenke wider besseren Wissens gemacht werden und die Landespolitiker einen Kannibalismus der Kliniken untereinander forcieren, weil genügend Fachpersonal fehlt, ist zynisch und berechnend. Wie soll da Vertrauen in Politik aufgebaut werden? Aber das scheint ja egal, Hauptsache das Wahlergebnis stimmt. Was nicht stimmt, ist der Umgang mit allen Beteiligten. Gegen den Landesentscheid wird sicherlich Einspruch erhoben. Am Ende werden die Leeraner und Lingener vermutlich in die Röhre gucken, und dann zeigt sich überdeutlich: Das Signal aus dem Gesundheitsministerium war nichts weiter als ein Wahlkampfmanöver - und das ist auch noch ziemlich leicht durchschaubar.