Emden - Für den I. Entwässerungsverband Emden haben sich die Investitionen der letzten Zeit in erneuerbare Energien schon erheblich rentiert. Das hat Rendant Kevin Janßen in der jüngsten Vorstands- und Ausschusssitzung im Siel und Schöpfwerk Knock bei der Vorstellung der Jahresrechnung 2021 deutlich gemacht. Demnach schlagen sich Rückflüsse und Ersparnisse von insgesamt rund 230.000 Euro aus dem eigenen Windkraftrad an der Knock sowie aus der Photovoltaikanlage in Pewsum positiv nieder.
Stromkostenersparnis deutlich spürbar
Speziell bei der 2017 in Betrieb genommenen Windkraftanlage am Mahlbusen mache sich neben Rückflüssen von Darlehen und Einnahmen für die Verwaltung der Anlage sowie aus der Pacht auch die Stromkostenersparnis inzwischen deutlich bemerkbar. „Bei einem Stromverbrauch der Pumpen von 500.000 Kilowattstunden werden 337.000 Kilowattstunden direkt aus der Windkraft eingespeist“, legte Janßen dar. Bei einem Preis von 28 Cent pro Kilowattstunde bedeute das eine Kostenersparnis von 95.000 Euro. Hinzu komme die Ersparnis aus der Photovoltaikanlage (knapp 20.000 Euro).
Pumpen zu 90 Prozent mit Windkraft betrieben
In der niederschlagsreichen Zeit zu Jahresbeginn 2022 seien die Pumpen an der Knock zu 90 Prozent per Windkraft in Betrieb gewesen, um das Wasser aus dem Landesinneren in die Ems zu befördern, hob Obersielrichter Reinhard Behrends hervor. Rendant Janßen unterfütterte das mit weiteren Zahlen: 255.000 Kilowattstunden wurden im pumpintensiven Februar direkt aus der Windkraftanlage eingespeist, 89.000 Kilowattstunden im Januar, zusammen also 344.000 kWh. Janßen: „An Stromkosten bezahlen wir jetzt 38.000 Euro an den normalen Versorger, sonst wären es 135.000 Euro – das zeigt: Es rentiert sich.“
Beitrag zum Klimaschutz
Die Investitionen in die erneuerbaren Energien seien zum einen der Beitrag des Verbandes zum Klimaschutz. Zum anderen gewährleisteten verringerte Kosten auch stabile Beiträge für die Mitglieder, bilanzierte der Rendant. Der Bruttobeitrag für die rund 40.000 Mitglieder im Verbandsgebiet (neben privaten Haus- und Grundstückseigentümern im gewässernahen Einzugsbereich auch Gewerbetreibende, Industrie und Landwirtschaft ebenso wie Kommunen und Institutionen) liegt weiter bei 25 Euro pro Hektar.
„Wir sind der einzige Verband im Land, der mit Windkraft entwässert“, betonte Obersielrichter Behrends nicht ohne Stolz. Dabei sei die Windkraftanlage nahe des Knockster Tiefs vor allem eine Eigenversorgungsanlage. „Sie versorgt primär das Schöpfwerk mit Strom, nur die Überschüsse gehen ins allgemeine Stromnetz.“
