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Der ÖPNV wird elektrisch Wie ein ganz normaler Bus – nur sehr viel leiser

Thomas Brunke am Lenkrad des Test-Busses von MAN. Sein Urteil: Er fährt sich wie ein ganz normaler Bus, ist aber sehr viel leiser. Und das ist gut für die Busfahrer.

Thomas Brunke am Lenkrad des Test-Busses von MAN. Sein Urteil: Er fährt sich wie ein ganz normaler Bus, ist aber sehr viel leiser. Und das ist gut für die Busfahrer.

Norbert Schnorrenberg

Emden - Gewohnte Strecken, die üblichen Fahrpläne. Bei Wind und Wetter unterwegs in Emden – mit freundlichen Fahrgästen und nervigen Fahrgästen. Standard für Busfahrer. Nur eines war in den vergangenen Tagen anders für die Mitarbeiter der Reiter’s Busverkehr GmbH: Sie lenkten einen MAN-Elektrobus. Wie sich das anfühlt, erzählte Thomas Brunke der Emder Zeitung.

„Alles gut, für mich ist es super“, macht der 56-Jährige gleich klar. Er urteilt mit der Erfahrung von 22 Jahren als Busfahrer, wenn er die Vorzüge des E-Busses beschreibt. Daran ändert sein Wechsel ins Büro nichts, den er vor sechs Jahren vollzog: Immer wieder mal fährt auch er noch. Die neuesten Dieselmotor-Busse sind ihm deshalb vertraut.

Fahrer wurden auf Neuerungen vorbereitet

Der größte Unterschied zu diesen Fahrzeugen: Es ist viel leiser im Innenraum. Schon Fahrgäste empfinden das als sehr angenehm, die Busfahrer erst recht. Thomas Brunke: „Für uns Fahrer ist das über den Tag gesehen natürlich ein viel entspannteres Fahren.“ Denn selbst Fahrzeuge aus den aktuellen Baureihen der Bushersteller können bei weitem nicht mithalten, wenn es um die Lautstärke geht.

Selbstverständlich steigt man als Fahrer nicht unvorbereitet in ein neues Fahrzeug, schon gar nicht in eines mit ungewohntem Antriebskonzept. So sind auch die Stadtbus-Experten der Firma Reiter’s ausführlich mit den Besonderheiten vertraut gemacht worden, die Busse wie der MAN Lion’s City E aufweisen.

Da ist zum Beispiel die Instrumententafel. Die sieht zwar im Großen und Ganzen genauso aus wie in der Dieselvariante des „Löwen“. Einige der Schalter und Anzeigen gibt es allerdings nur im E-Bus. So zeigt das linke der beiden großen Rundinstrumente nicht die Drehzahl an – es informiert vielmehr über den Stromverbrauch und signalisiert auch, dass der Motor gestartet ist. Spüren kann man nämlich nicht, dass der zentrale Elektromotor läuft und der Bus abfahrbereit ist.

„Vor allem beim Start ist der Elektrobus ungewohnt“, sagt Thomas Brunke denn auch. Er ist, wie auch seine Kollegen, beim Anlassen die deutliche Rückmeldung eines gut zehn Meter entfernten Dieselmotors gewohnt. Im Lion’s City E ist das nun wirklich ganz anders.

Batterien wiegen rund drei Tonnen

Darüber hinaus ist der Bus aber ein ganz normaler Bus. „Wir waren überrascht, wie sehr unser Arbeitsplatz dem der gewohnten Busse ähnelt“, fasst es Thomas Brunken zusammen. Ähnlich sieht es auch mit dem Fahrverhalten aus. Wegen der rund drei Tonnen schweren Batterien, die im massiv verstärkten Dach des Fahrzeugs untergebracht sind, liegt der Schwerpunkt höher als bei den Dieselbussen.

Das führt zu einer leicht verstärkten Neigung zum Wanken. Hersteller MAN weist auf entsprechend angepasste und verstärkte Fahrwerkskomponenten hin: „Das Fahrverhalten ist unverändert sicher.“ Was Thomas Brunken nach seinen Fahrten mit dem Bus bestätigt: „Da gibt es keine Probleme.“ Enttäuscht sind die Busfahrer übrigens nicht über die unerwartet große Ähnlichkeit mit dem gewohnten Material: „Das macht den Umstieg natürlich leichter“, sagt Thomas Brunken. Und freut sich, wie seine Kollegen, auf den ersten Emder E-Bus.

Alf Hitschke
Alf Hitschke Emder Zeitung
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