Emden - Die drei Nominierungen für den Emder Drehbuchpreis 2022 stehen fest. Die ausgewählten Autorinnen und Autoren richten in ihren Skripten ihr Hauptaugenmerk auf die Herausforderungen junger Generationen und auf verschiedene Familienkonzepte. Das teilte die Festivalleitung des 32. Filmfestes Emden-Norderney am Freitag mit.
Die Nominierten
Ins Finale kamen „Smaragd“ von Jovan Arsenic, „Bis hierhin und nicht weiter“ von Niklas Pollmann sowie „Rohrpost Reloaded“ von Angelika Hacker und Ulrich E. Krenkler. Die drei gelangten über ein anonymisiertes Auswahlverfahren in die engste Auswahl der vom Grimme-Institut berufenen Jury. Gestiftet wird der Preis von der Emder Seehafenspedition Weets.
Die Inhalte
In „Smaragd“ erzählt Jovan Arsenic von den Versuchen zweier Immigranten aus Afghanistan, sich in deutschen Familien- und Ehekonventionen einzufinden, ohne dabei menschlich vereinnahmt zu werden. Im Mittelpunkt von „Bis hierhin und nicht weiter“ von Niklas Pollmann steht die Jugendliche Hamiyet, die mit einer Internet-Bekanntschaft anbändelt und dabei Anspruch und Wirklichkeit miteinander vereinen muss. Angelika Hacker und Ulrich E. Krenkler schildern in ihrem Skript für den Animationsfilm „Rohrpost Reloaded“ die Abenteuer einer Ratten-Familie in der Berliner Kanalisation, die vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise in den zwanziger Jahren ums Überleben kämpft und in der Rohrpost ein neues Geschäftsmodell entdeckt.
Der Preis
Der Emder Drehbuchpreis ist mit insgesamt 12 000 Euro dotiert. 10 000 Euro bekommt der Sieger, jeweils 1000 Euro die anderen beiden Nominierten. Gestiftet wird die Auszeichnung, die zum 17. Mal vergeben wird, von der Emder Seehafenspedition Weets. Weets tritt zum zwölften Mal als Preisstifter auf. Die Verleihungsfeier findet am Freitag, 10. Juni, um 19 in der Johannes a Lasco Bibliothek statt.
Die Einreichungen
65 Drehbücher wurden dieses Mal eingeschickt. Es handelt sich dabei um Skripte, für einen deutschsprachigen, noch nicht produzierten Spielfilm.
Die Jury
Der vom Grimme Institut beauftragten Jury gehören in diesem Jahr Lucia Eskes, Leiterin Grimme Preis Marl, die Journalistin und Filmkritikerin Kathrin Hollmer, der Schauspieler Jerry Kwarteng und die Produzentin Nataly Kudiabor an.
Die Lesungen
Einer der Höhepunkte der Preisverleihung werden die Drehbuchlesungen sein, für die die Organisatoren in diesem Jahr Tom Wlaschiha (spielte in „Game of Thrones“ die Rolle des Jaqen H’ghar) und die Schauspielerin Anjorka Strechel („Morden im Norden“) gewinnen konnten.
Die Drehbuchpreise
Drehbuchpreise gibt es, anders als vielfältige Darsteller- und Regiepreise, nicht so viele. In Deutschland werden unter anderem der Deutsche Drehbuchpreis, der Hessische Drehbuchpreis und der Thomas Strittmatter Drehbuchpreis vergeben. Die Auszeichnung auf dem Emder Festival erfährt deshalb eine hohe Wertschätzung in der Autorenszene.
