Emden - Der BSV Kickers steht vor möglichen Aufstiegen von vier Mannschaften, die mit einem finanziellen Mehraufwand einhergehen. Ausgaben, die der Verein stemmen muss. Nachdem Frauentrainerin Doreen Buß sagte, dass sie seit zwei Monaten kein Gehalt bekommen hat, wirft das die Frage auf, wie dann die möglichen Aufstiege finanziert werden sollen. BSV-Chef Dr. Jörg Winter hat Entwarnung gegeben.
Zu dem Vorwurf von Buß kann sich Winter noch nicht äußern. „Dazu kann ich noch nichts sagen, weil wir da erst einmal schauen müssen, wie das sein kann“, sagte Winter. Er betonte, dass eigentlich alle ausstehenden Zahlungen an Trainer und Spieler beglichen sind. „Das ist bei Kickers nicht immer der Fall gewesen“, sagte er, auch nicht während seiner Amtszeit. „Da haben wir die Entschädigungen auch schon einmal schieben müssen und erst später gezahlt.“ Er denkt aber, dass sich der Vorfall mit der Trainerin klären wird.
Der Verein ist zahlungsfähig, zwar nicht auf Rosen gebettet und kann auch nicht aus einem Füllhorn ausschütten, so Winter weiter. Aber: „Wir sind schon länger in der Planung, wie wir die Regionalliga der ersten Herren stemmen werden und auch die möglichen Aufstiege der drei Jugendmannschaften.“ Erste Voraussetzung dazu ist die Lizenz für die Regionalliga. Die hat Kickers. Zweite Voraussetzung ist ein Aufstieg. Da ist die Mannschaft gefordert. Und drittens geht es dann um die finanziellen Möglichkeiten eines solchen Aufstieges. „Ich kann ganz klar sagen, dass es finanziell für uns machbar, aber auch knapp ist.“
Nach den Worten von Winter haben Sponsoren dem Vorstand signalisiert, dass sie erst einmal nur einsteigen, im Falle eines möglichen Aufstiegs ihr Engagement ausweiten wollen. „Wir haben in den vergangenen Monaten bei den Sponsoren viel Vertrauen zurückgewonnen.“ Und die Jugendabteilung hat beispielsweise signalisiert, dass bei den möglichen Aufstiegen keine Forderungen auf mehr Entschädigung auf den Vorstand zukommen werden.
Der BSV Kickers, das haben er und Albert Ammermann (2. Vorsitzender) immer betont, ist kein Verein, der Wahnsinnsgehälter bezahlen kann. „Das wollen wir auch nicht“, sagte Winter.
Der Verein ist gerade dabei, eine Struktur zu erarbeiten, damit langfristig die Regionalliga zu stemmen ist. „Dort sind in der Vergangenheit Fehler gemacht worden“, sagte Winter. Denn, auch diese Frage beschäftigt den BSV Kickers, in der Regionalliga geht es um eine Gemengelage von Amateuren und Profis. „Wie gehen wir damit um?“, fragt sich nicht nur Winter. „Und wie sichern wir das soweit ab, dass, wenn es einmal schief läuft, nicht der ganze Verein darunter leiden wird?“ Wenn es also mit dem Aufstieg klappt, dann muss, so Winter, über die Ausgliederung der 1. Herren gesprochen werden.
Davor steht aber erst einmal der sportliche Erfolg. Ist der Erfolg da, kommen neue Sponsoren dazu. Für die ist Vertrauen wichtig. Und dafür muss der BSV etwas tun. Ganz wichtig, das dürfte auch dem Kickers Vorstand klar sein, ist dann das Begleichen von Außenständen.
