Emden - Noch einmal tüchtig Rückenwind für Stifter Renko Menke: In der Rekordzeit von ein paar Wochen hat er ein Unternehmen gefunden, das einen historischen Kran für den Ratsdelft nachbauen will. Es ist die Schlosserei Jakobs aus Riepe, die das ambitionierte Projekt in Angriff nimmt. „Eine tolle Sache. Wir machen das“, bestätigte Geschäftsführer Tim Jakobs im Gespräch mit dieser Zeitung.

Zur Erinnerung: Der 85-jährige Menke hatte Oberbürgermeister Tim Kruithoff im Dezember vergangenen Jahres mit der Idee überrascht, das Delftspucker-Trio durch einen originalgetreu nachgebauten Kran komplettieren zu wollen. Dabei ist Menke beim Verwaltungschef auf offene Ohren gestoßen, besonders auch deshalb, weil die künftige Touristen-Attraktion die Stadt keinen Cent kosten soll. Menke versprach, sein Sparschwein zu knacken und 30.000 Euro zu stiften.

So viel Bürgersinn und Elan hat offenbar auch bei Schlosserei-Chef Jakobs Eindruck gemacht. Nachdem Menke bei ihm vorgesprochen hatte, „musste ich mir erst einmal zwei Nächte Gedanken machen“, sagte Tim Jakobs. Schließlich gehört der Nachbau eines über 100 Jahre alten Krans nicht gerade ins Alltags-Portfolio eines Metallbauers. Doch nach Sichten der Zeichnung war die Sache klar: technisch kein Problem für die Profis aus Riepe.

Eine wesentliche Vorarbeit war da schon erledigt: Diplom-Ingenieur Werner Geiken hatte anhand historischer Fotos eine Bau-Zeichnung erstellt. So originalgetreu wie möglich. „Das hat Herr Geiken unentgeltlich erledigt, wofür ich ihm unendlich dankbar bin“, sagte Menke. Dankbarkeit ist das Stichwort: Unerwartet fand er einen Brief der ten Doornkaat Koolman-Stiftung im Kasten, die sein Projekt mit 5000 Euro unterstützen will. „Phänomenal“, wie es Menke ausdrückte. Trotz einer weiteren Einzelspende hat das Projekt jetzt noch eine Finanzierungslücke von 10.000 Euro. „Mit einem kleinen Puffer habe ich 50.000 Euro angesetzt“, sagte der Stifter. Er ist überzeugt, auch die Restsumme noch auftreiben zu können. Freuen würde er sich natürlich auch über Anrufe von potenziellen Spendern.

Der eigentliche Bau des Krans nehme nicht länger als einen Monat in Anspruch, kündigte Meister Jakobs an. „Auch für unsere Auszubildenden ist das eine interessante Sache. Die sollen sich da einbringen.“ Der Firmenchef, dessen Familie aus Emden stammt und dessen Unternehmen „etwa 70 bis 75 Prozent“ seiner Aufträge in der Seehafenstadt umsetzt, freut sich auf das Projekt.

So sieht es auch bei Menke aus, der - gemeinsam mit dem Oberbürgermeister – seinen Kran-Bau bald dem Rat vorstellen möchte. Wenn der einwilligt, fehlt nur noch das Okay der Delftspucker Hinni, Joke und Jan. Wahrscheinlich ist, dass das Trio zum ersten Mal nichts zu meckern hat.