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Fotos von der Front als letztes Lebenszeichen Das letzte Weihnachten

Marten Klose
Bedrückte Gesichter: Jakob Goos (ganz links in der oberen Reihe) Weihnachten an der Front.

Bedrückte Gesichter: Jakob Goos (ganz links in der oberen Reihe) Weihnachten an der Front.

Archiv Bunkermuseum

Emden - Über 77 Jahre ist es her, dass viele Emder bedrückende Weihnachtsfeste feiern mussten. Männer, oftmals gerade erst 18 Jahre alt, mussten fernab der Heimat als Soldaten am Zweiten Weltkrieg teilnehmen. In den Weiten Russlands, in der Hitze Afrikas, auf dem Balkan oder sonst wo. Sie waren Teil des deutschen Vernichtungskrieges und brachten Leid über die Welt.

Letzte Lebenszeichen

Weihnachtsbaum, Helme und Gasmasken: Edzard Feeken aus der Geibelstraße im Quartier.   Bild: Archiv Bunkermuseum

Weihnachtsbaum, Helme und Gasmasken: Edzard Feeken aus der Geibelstraße im Quartier. Bild: Archiv Bunkermuseum

Diese Männer erlitten aber selbst auch schwere Stunden. Nicht wenige werden sich nichts mehr gewünscht haben, als so schnell wie möglich zurück zu ihren Familien zu kommen. Für viele Männer ein Wunsch, der oft nicht in Erfüllung ging.

Sie gehören zu den Millionen Toten des Zweiten Weltkriegs. Die Fotos von den Weihnachtsfesten an der Front sind zum Teil ihre letzten Lebenszeichen. So etwa von Jakob Goos, der das Weihnachtsfest 1942 im Kreise seiner Kameraden feierte. Acht Monate später verliert sich seine Spur bei Charkow in der Ukraine. Bis heute gilt er als vermisst.

Kein Wiedersehen

Auch Edzard Feeken aus der Geibelstraße sah seine Familie nie wieder. Eine Granate explodierte am 22. März 1943 in seiner Nähe und löschte das Leben des Familienvaters aus. Er starb bei Ssablino bei Leningrad, rund 2200 Kilometer von Emden entfernt.

Grußkarte von der Front

Weihnachtsbaum, Helme und Gasmasken: Edzard Feeken aus der Geibelstraße im Quartier.   Bild: Archiv Bunkermuseum

Weihnachtsbaum, Helme und Gasmasken: Edzard Feeken aus der Geibelstraße im Quartier. Bild: Archiv Bunkermuseum

Weit weg von der Heimat entstand auch die selbst gezeichnete Feldpostkarte, die Walter Schmidt Weihnachten 1941 seinem jüngeren Bruder Hilmar nach Emden schickte. In Briefen schrieb der Kradmelder, dass er nach dem Krieg Kaufmann werde wolle, da den Geschäftsleuten nach dem „Sieg“ alle Türen offenstehen würden.

Er stellte sich seine Heimkehr als mit Orden ausgezeichneter Frontsoldat vor. Vor allem dem Infanterie-Sturmabzeichen galt sein Interesse. Er erhielt es posthum. Seine Familie bekam es nach seinem Tod am 18. Februar 1942 als Erinnerung zugeschickt.

Wurde nur 20 Jahre alt: Walter Schmidt. Bild: Archiv Bunkermuseum

Wurde nur 20 Jahre alt: Walter Schmidt. Bild: Archiv Bunkermuseum

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