Emden - Die Formel für einen Sieg im Spitzenspiel der Reserve von Blau-Weiß Borssum (BWB) gegen den TuS Eintracht Hinte hat BWB-Trainer Egon Klawitter auf einen einfachen Nenner gebracht: „Unser Ziel ist es, heute ein Tor mehr zu schießen als der Gegner“, sagte er kurz vor dem Anpfiff. Seine Jungs hatten ihn verstanden, sie machten ein Tor. Und da Hinte nicht traf, reichte es am Ende für einen Borssumer Sieg.
Drei Punkte aus diesem Spiel mitnehmen wollte allerdings auch TuS-Trainer Matthias Voss. Denn die Blau-Weißen werden, so sieht es zumindest bisher aus, ein Gegner von Hinte auch in der Aufstiegsrunde sein. Nun haben beide Mannschaften gegeneinander jeweils drei Punkte geholt. Gerechte Verteilung? „Borssum hat heute absolut verdient gewonnen, ein Remis hätte uns aber dennoch gut zu Gesicht gestanden“, sagte Voss.
Denn Halbzeit eins gehörte, das mussten die Borssumer Fans neidlos anerkennen, den Schwarz-Gelben. Die Gastgeber kamen nicht richtig aus der Abwehr raus - Entlastung? Fast Fehlanzeige. Und das Hinte einen schnellen und gefährlichen Ball spielen kann, haben sie oft genug in der Vergangenheit bewiesen. Doch gestern morgen wollte ihnen in Sachen Torgefährlichkeit und Chancenerarbeitung nicht viel gelingen. Optisch waren sie viel präsenter, aber das Tor fiel nicht und einmal reagierte Nils Engels im BWB-Kasten überragend. Mit o:o ging es in die Kabine.
Nach dem Wechsel war den Borssumern anzumerken, dass sie jetzt mehr für die Offensive tun wollten. Sie waren irgendwie wacher, präsenter, Zweikampfhungriger und in den Pässen jetzt auch genauer. Dennoch blieb Hinte weiter gefährlich, wurde mit zunehmender Spieldauer aber fahriger im Zusammenspiel.
Und das merkten nicht nur die Fans an der Seitenlinie. Borssum erspielte sich jetzt Möglichkeiten, drückte und attackierte die Hinteraner viel früher. Hier und dort gab es ein paar Fouls, aber alle im Rahmen. Schiedsrichter Marcel Hamphoff hatte die Partie zu jeder Zeit im Griff. Die Bemühungen der Borssumer wurden in der 67. Minute belohnt. Der Ball wurde gut durch die Reihen gespielt, der Pass auf Ole Uphoff ging irgendwie durch Freund und Feind und der versenkte eiskalt.
Nun wurden die TuS-Spieler wütend: Sollten sie hier drei Punkte liegen lassen? Mitnichten! Doch die Angriffe waren alles andere als durchdacht, selten kam der Pass in die Gasse oder ein ansehnliches Flügelspiel zustande. Als der Schiedsrichter noch fünf Minuten anzeigte, warf Hinte alles nach vorne. Aber dann stand da ja auch noch Engels im BWB-Tor, der bei einem Schuss wieder überragend rettete. Im Gegenzug hätte Borssum auf 2:0 erhöhen müssen, aber wie Klawitter schon sagte, „wir wollen ein Tor mehr schießen als Hinte.“ Vielleicht hatte sein Spieler in diesem Moment genau daran gedacht.
Die Freude der Borssumer nach dem Schlusspfiff über den Sieg hatte auch noch einen weiteren Grund. Mitspieler Ândrej Lang hatte seinen Kameraden gesagt, dass er nach dem Spiel seine schulterlangen Haare abschneiden will, wenn Borssum gewinnen - vielleicht ist es für ihn jetzt ein bittersüßer Sieg. Tor: 1:0 Ole Uphoff (67.) Borssum: N. Engels - Boekhoff, Herzog, S. Hoogstraat (90. Groenhagen), Uphoff, Öczelik, ten Hove, Cortes-Pereira (77. T. Hoogstraat), J. Engels, Davids, Lang (84. Münnich) Hinte: Dietrich - van Grieken, Dirksen, Tillmann (81. Hinrichs), Brümmer, Pupkes, Garen, Oltrop (77. Martins), Kiefel, Klingenberg, Poppen
