Delmenhorst - Es sind immer besondere Begegnungen, wenn Atlas Delmenhorst auf den BSV Kickers Emden trifft. Die Zuschauer strömen ins Stadion, wenn die zum Derby hochstilisierte Partie auf dem Spielplan steht. Zurzeit steht Atlas mit 16 Punkten über dem Strich, dort, wo Kickers (sieben Punkte) hin will. Die Aufgabe in der Düsternortstraße ist für den Tabellenletzten schwer. Moralische Schützenhilfe kommt ausgerechnet von Atlas.
Timo Conrad, der als Abteilungsleiter für die Medien ehrenamtlich bei Atlas arbeitet, die Stadionzeitung federführend herausgibt und der den oft kritisch beäugten Fan-„Block H“ vor langer Zeit gegründet hat, erinnert sich an das erste Jahr von Delmenhorst in der Regionalliga. „Wir hatten damals nach sieben Spielen zwei Punkte, standen als sicherer Absteiger für alle anderen fest.“ Deshalb gibt er auf Tabellenstände nichts, hat auch Kickers noch nicht abgeschrieben.
Er denkt, dass gerade in diesem Spiel vieles von Emotionen abhängt. Ein Garant dafür ist eine volle Hütte. „Darauf hoffe ich natürlich.“ Dass der BSV Kickers noch nicht richtig Fuß gefasst hat in der Regionalliga, sieht Conrad als normal an. „Du musst erst einmal warm werden mit der neuen Liga.“ Die Qualität ist hoch, dazu sind viele Mannschaften eng beieinander. Aber: „In dieser Liga wird jeder noch so kleine Fehler gnadenlos bestraft.“ Er hofft auf eine faire Begegnung. Endstand? „Ist doch wohl klar, Kickers muss die Punkte woanders holen als bei uns.“
Einer, der vor drei Jahren beim letztmaligen Aufeinandertreffen beider Teams – 2:2 hieß es am Ende vor rund 1500 Zuschauern – eine starke Partie im Ostfrieslandstadion gemacht hat, war Atlas-Kapitän Nick Köster. Der kehrt nach seinem Wechsel im Sommer jetzt mit dem BSV Kickers an seine alte Wirkungsstätte zurück. Sicherlich auch eine emotionale Rückkehr.
Die gilt es nicht nur für ihn auszublenden. Das 0:0 gegen den VfV Hildesheim unter der Woche hat gezeigt, dass der BSV Kickers Emden durchaus mithalten kann. Doch dafür müssen alle im Kader die Fehler auf ein Minimum beschränken. Und die Emder werden sicherlich nicht die Parallele mit dem ersten Jahr von Atlas in der Regionalliga suchen. Denn die Saison wurde coronabedingt abgebrochen, Delmenhorst blieb damit auch im Folgejahr Regionalligist und etablierte sich in der Liga.
