Emden - Der BSV Kickers Emden reagiert auf die angespannte sportliche Lage und will sich von Mittelfeldspieler Holger Wulff trennen. Aus sportlichen Gründen plane der Verein nicht mehr mit dem 31-jährigen Ostfriesen, teilte Albert Ammermann, 2. Vorsitzender des BSV, auf Anfrage der Redaktion mit. Trainer Stefan Emmerling habe diese Entscheidung getroffen und werde dabei vom Vorstand unterstützt. Offenbar war man mit Wulffs Leistung nach dem Aufstieg schlichtweg nicht mehr zufrieden. Am Wochenende stand er im Spiel gegen Werder nicht im Kader, obwohl er nicht auf der Verletztenliste notiert ist. Kickers steht mit nur drei Punkten nach zwölf Spielen abgeschlagen am Tabellenende der Regionalliga Nord.

Es habe ein erstes Gespräch mit Wulff gegeben, ein zweites sei geplant, so Ammermann. Ungewöhnlich: Die Trennung möchte der Verein sofort vollziehen und nicht erst zum Winter, wenn sich das Transferfenster wieder öffnet. Holger Wulff hatte sich zuvor auf Anfrage der Emder Zeitung wortkarg gegeben. „Da kann ich nichts zu sagen, ich war einfach nicht im Kader“, so der langjährige BSV-Spieler, der auf ein „schwebendes Verfahren“ verwies. Von einer Trennung höre er aber zum ersten Mal.

Wulff gehört, wie einige andere Mitglieder des aktuellen Kaders, zu den Spielern, die noch in der Landesliga nach Emden gewechselt waren und zwei Aufstiege mit Kickers feierten. Auch Ammermann sprach von einem „verdienten Spieler“. Doch nun ist offenbar Endstation.

Klar ist: Kickers will sich trotz der brisanten sportlichen Lage noch nicht mit einem Abstieg abfinden. „Wir sehen noch eine Chance, die Liga zu halten“, sagte Ammermann. Durch die Trennung von Wulff will der Verein quasi Kapital freimachen, das er dann wiederum in Verstärkung investieren kann.

Ammermann kündigte ferner an, dass es Vier-Augen-Gespräche mit allen Spielern geben werde, was allerdings nicht ungewöhnlich sei. „Wir schauen uns den Kader an. Denn, das ist ja klar, so wie jetzt wird es schwer, die Liga zu halten.“ Es stehe aber nicht generell der ganze Kader auf dem Prüfstand. Ob weitere Spieler „rausgehen“ (Ammermann) oder nicht, ist demnach offen. Am Sonnabend habe man ja gesehen, dass Kickers teilweise gut mithalten konnte mit Werder.

Es gehe darum, zu „sehen, wo wir jetzt tätig werden müssen. Auch, wenn das manchmal mit einer unpopulären Entscheidung verbunden ist – so wie jetzt“.

Und der Trainer? Wackelt Emmerling nach elf Niederlagen und nur einem Sieg in der Regionalliga? Klares „Nein“ vom Vorstand. „Stefan Emmerling steht nicht zur Diskussion!“

Lars Möller
Lars Möller Emder Zeitung