Emden - Die fast täglichen Meldungen über die künftige Gas-Versorgung in Deutschland, vorneweg der drohende massive Preisanstieg in den nächsten Monaten und Jahren, hat offensichtlich auch bei den Kunden der Stadtwerke Emden (SWE) zu Verunsicherungen geführt. Das ist vor allem im neuen Kundenzentrum in der Pottgießerstraße zu spüren. „Die Kunden haben derzeit sehr viele Fragen“, bestätigte Kundenberater Wolfgang Siefkens dieser Zeitung. Der Zulauf im Kundenzentrum, aber auch die Zahl der Anrufe seien seit Jahresbeginn spürbar angestiegen.

Waren es Ende des vergangenen Jahres noch hauptsächlich Kunden, die plötzlich ihren insolventen Gas-Lieferanten verloren hatten und bei den Stadtwerken Unterschlupf suchten, sind es inzwischen vor allem Stammkunden, die sich um die steigenden Gas-Preise Sorgen machen. Zwar haben die Stadtwerke angekündigt, dass es bei Gas in diesem Jahr keine Erhöhungen geben wird, so wird das nach Einschätzung der Experten aber bereits im nächsten Jahr schon wieder ganz anders aussehen.

„In den meisten Gesprächen geht es um die Abschläge“, so Siefkens. Viele Kunden wollen nach Möglichkeit Nachzahlungen vermeiden und fragen lieber vorher, ob sie ihre Abschläge erhöhen sollten. „Wer kann, sollte vielleicht schon jetzt 20 oder 30 Euro drauflegen“, empfiehlt der SWE-Experte. Das sollte aber individuell ausgerechnet werden. Das gilt auch für die Frage, ob man noch im richtigen Vertrag steckt. Auch hier gibt es unterschiedliche Lösungen.

Inzwischen kommen zudem verstärkt SWE-Kunden, die sich beim generellen Energiesparen beraten lassen wollen. Da geht es unter anderem um das richtige Lüften, um die Möglichkeiten einer besseren Wärme-Isolierung, aber auch schon hier und da um neue Techniken und Fördermittel. „Es kommen inzwischen mehr Fragen zu Photovoltaik-Anlagen“, sagte Siefkens. Manchmal aber wird nur darauf hingewiesen, dass die Heizung nicht nur bei Stufe 5, sondern oft bereits bei Stufe 2 ausreichend Wärme liefert.

„Einige Kunden haben wirklich Angst vor der Entwicklung beim Gas“, hat Wolfgang Siefkens beobachtet. Er und seine Kollegen versuchen deshalb, sowohl im direkten Gespräch als auch am Telefon so viele Fragen wie möglich zu beantworten. Dazu dient auch ein Netzwerk, das sich um die Stadtwerke herum entwickelt hat. Auch Handwerksfirmen gehören unter anderem dazu.

Jens Voitel
Jens Voitel Emder Zeitung