Emden - 53 Prozent der Stadt oder vielmehr der potenziellen Hausanschlüsse sind geschafft. Vor ihren Haustüren sind inzwischen Glasfaser verlegt. Und der Ausbau der Schnellleitungen schreitet kontinuierlich voran, wenn auch nicht ohne Hürden oder besonders hohem Aufwand. In Gewerbegebieten und Schulen sind sogar nahezu hundert Prozent erreicht, wie Joachim Ehmen, zuständiger Fachbereichsleiter bei den Stadtwerken Emden, im Wirtschaftsausschuss erläuterte.
Wartezeiten
Doch das Kabel vor der Haustür ist nur die halbe Miete, wie die Zahlen bei näherer Betrachtung verdeutlichen. Von den 53 Prozent oder 8272 potenziellen Kunden machen noch längst nicht alle vom Glasfaser Gebrauch, manche können es auch schlichtweg noch nicht. So liegt die Zahl mit 2700 noch deutlich unter den Möglichkeiten. Zum einen läuft teilweise noch die Vermarktung, zum anderen sind laut Ehmen Lieferengpässe bei der Hardware der Grund. Für den Anschluss in der Wohnung oder im Haus braucht es bestimmte Komponenten. Und die Wartezeiten dafür liegen inzwischen bei bis zu zehn Monaten. „Es ist schwierig, alle Kunden ans Netz zu nehmen“, sagte Ehmen.
Das Gesamtpotenzial der Hausanschlüsse liegt bei 15 500. Davon können 8272 inzwischen versorgt werden, 2700 sind bereits verbunden.
Die Vorvermarktung für den Emden digital-Glasfaseranschluss läuft bis Dezember 2022 in Harsweg, Friesland, Herrentor und Uphusen. Für Transvaal, Klein- und Groß-Faldern, Bentinkshof und Boltentor ist die Vorvermarktung in Planung.
Der Ausbau in Wybelsum und Petkum läuft, erste Kunden sollen 2023 ans Netz gehen. Dort und in Larrelt sind die PoP-Standorte vor Fertigstellung, also die Verteilerstationen oder Knotenpunkt vom Hausanschluss ins Hauptnetz, genannt „Point of Presence“.
Ein Restausbau der Hausanschlüsse in Borssum, Wolthusen und Conrebbersweg läuft. Daneben gibt es kleinere Baumaßnahmen in der Innenstadt sowie bei Gelegenheit Mitverlegung bei Strom-, Wasser- und Gas-Arbeiten.
Baustellen-Stau
Und manchmal gerate auch die finale Verkabelung ins Stocken, etwa dann, wenn Brut- und Setzzeiten ins Spiel kommen. So geschehen im Herrentor, wo zwar Haushalte ans Glasfaserkabel angeschlossen, das andere Ende aber nicht an der Verteilerstation oder dem so genannten Point of Presence (PoP) angebunden werden konnte. Dort war die Vegetation am Buschhaus vorrangig, die dazwischen liegt.
Während in den äußeren Stadtteilen, im Hafen und den Gewerbegebieten die meisten Flächen auf grün stehen, klaffen in der Innenstadt noch viele weiße Lücken. Barenburg ist sogar noch vollends außen vor. In der Innenstadt besteht die Schwierigkeit der Glasfaser-Verlegung darin, viele Verkehrsströme beachten zu müssen.
Barenburg erst 2024
Neben den ohnehin laufenden Verkehrsversuchen müsse Baustellen-Stau darüber hinaus vermieden werden. Und so werden gerne ohnehin anfallende Aufrissarbeiten wie bei der Neugestaltung der Fußgängerzone Zwischen beiden Sielen genutzt, um das Glasfaserkabel zu Gas und Wasser-Rohren mitzuverlegen. Zudem sind engere Stadtgebiete wie Klein-Faldern, Boltentor oder Bentinkshof jetzt in der Planung, so Ehmen.
Auch für Barenburg ist schnelles Internet über Glasfaser im Visier. Der durch Mehrparteienhäuser geprägte Stadtteil hat zwar das Potenzial, nach der Verkabelung gleich nahezu die ausstehende andere Hälfte aller Haushalte auf einmal zu versorgen, gleichzeitig liegt in dieser Struktur eine besondere Herausforderung für die Stadtwerke. Da nicht nur das Haus verkabelt, sondern die Glasfaser-Komponenten bis in die einzelnen Wohnungen verlegt werden, ist der Aufwand ungleich höher. „Wir müssen auch immer ausreichend Tiefbau-Firmen und Techniker haben“, sagte Ehmen. Dennoch: auch Barenburg soll bald an die Reihe kommen. Auf dem Plan steht 2024.
