Emden - Veraltete Toiletten an der Grundschule Grüner Weg strapazieren in Elternkreisen langsam die Geduld. Mehr noch, manche machen sich mit Blick auf die Ausstattung im Jungen-Bereich – ein Teil der WCs sind Urinale (Stehpinkelbecken) ohne Trennwände – gar Sorgen um Sicherheit und Privatsphäre der Kinder. Durch den Antrag der Stadtelternratsvorsitzenden Zerrin Mentjes an die Stadt, doch bitte für eine Sanierung und Sichtschutzwände zu sorgen, landete das Thema jetzt im Schulausschuss – obwohl das eigentlich eine Sache für das Gebäudemanagement gewesen wäre. Weil Mentjes aber nicht im dazugehörigen Betriebsausschuss sitzt, machte die Stadtverwaltung hier eine Ausnahme.
Bedarf ist notiert
„Der Zustand ist behebenswürdig, und das Gebäudemanagement weiß auch darum“, versicherte Michael Groeneveld (Fachdienst Schule und Sport) stellvertretend, verwies aber darauf, dass beim Eigenbetrieb gerade allgemein der Gesamtbedarf aller Emder Schulen zusammengetragen und eine Prioritätenliste erstellt wird. Diese soll, wie berichtet, künftig eine sachgerechte Abarbeitung der Sanierungsbedarfe nach kurz-, mittel- oder langfristiger Dringlichkeit ermöglichen. „Es wird ein neues Konzept geben, die Priorisierung bis ins kleinste Detail festgestellt – ich denke, wir sind da auf einem guten Weg“, sagte Ausschussvorsitzende Doris Kruse (SPD).
Trotz alter Seilzug-Spülung wird hier die Privatsphäre gewahrt: Blick in die Kabinen-Toiletten, die es im Jungen-Bereich ebenfalls gibt.
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Vertrat die Sorgen von Eltern zur Toiletten-Situation im Schulausschuss: Stadtelternrats-Vorsitzende Zerrin Mentjes.
Gaby WolfSchlagabtausch
Einzelne Ratsmitglieder wollten es damit aber nicht bewenden lassen und setzten dann doch einen mittleren Schlagabtausch in Gang. Lars Mennenga (Die Fraktion) etwa verwies auf die bei Facebook kursierende Aufregung über die Toiletten vom Grünen Weg – was Stadtrat Volker Grendel aber als Kriterium für die Einstufung in der Prioritätenliste nicht gelten ließ. „Wenn wir zu einer Priorisierung kommen, muss diese verlässlich sein – ein nachträgliches Hochrutschen, weil Einzelne besonders laut rufen oder viele Unterstützer aktivieren können, kann es nicht geben.“ Ausschlaggebend müsse sein, ob durch den betreffenden Mangel zum Beispiel gleich ein ganzer Klassenraum nicht mehr nutzbar sei.
Warten auf die Liste
Christian Nützel (Grüne) beklagte daraufhin, dass es immer noch kein Signal gebe, wann diese Prioritätenliste der Politik vorgelegt werde. Das wiederum rief Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) auf den Plan. Er fand das Ganze zum einen nicht fair gegenüber Stadtbaurätin Irina Krantz, die 2021 mit ihrem neuen Amt in schwieriger Zeit auch die Interims-Betriebsleitung des Gebäudemanagements „geerbt“ hatte. Zum anderen wachse Gras auch nicht schneller, wenn man dran ziehe. Priorisiert werden müsse aber. „Denn wir haben mehr nötige Maßnahmen, als Geld zur Verfügung steht.“
Mentjes wiederum betonte, dass es schließlich ihre Aufgabe sei, die Sorgen der Eltern weiterzutragen. Ihr gab der OB den Appell mit auf den Weg, lieber mehr in den Dialog zu gehen als „über die Titelseiten der Zeitungen“ – so nachvollziehbar ihr Antrag auch sei. Das Angebot, dass er und der Stadtrat dazu in den Elternrat kommen, bestehe weiter.
