Emden - Die Idee, das Delftspucker-Trio um einen historischen Kran zu ergänzen, ist gerade sechs Wochen alt und schon könnte der Vorschlag des Emders Renko Menke bald Wirklichkeit werden. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs zwischen dem 84-jährigen Menke und Oberbürgermeister (OB) Tim Kruithoff, der offensichtlich sehr angetan von dem Vorschlag ist. Menke soll Angebote für den Kran-Bau einholen und dem Rat vorlegen. „Ich freue mich natürlich riesig über so viel Rückenwind“, sagte Renko Menke gegenüber dieser Zeitung. „Nachdem der Bericht in der EZ stand, klingelte mein Telefon und wir wurden zum Tee beim OB eingeladen“, berichtet Menke. Beim Treffen im Ratssaal, das vor wenigen Tagen stattfand, durften er und sein Mitstreiter Walter Insel die Idee noch einmal vortragen. Der Plan sieht vor, das Delftspucker-Ensemble mit einem Kran nach historischem Vorbild zu komplettieren. Denn am Ufer des Ratsdelfts stand jahrzehntelang bis ins 20. Jahrhundert eine Kran-Anlage zum Löschen der Schiffe. Das maritime Treiben wurde dann von den sogenannten Delftspuckern – Tagelöhnern und Taugenichtsen – auf Platt kommentiert (wir berichteten).
Auch über diese Typen hatte Menke in dem gut einstündigen Gespräch berichtet. Offensichtlich hat der Maschinenbau-Meister dabei beim Verwaltungschef gepunktet. „Ein paar Tage später bekam ich dann einen Brief vom OB“, sagte Menke. In dem Schreiben, das dieser Zeitung vorliegt, bittet Kruithoff „ein verbindliches Festpreisangebot für den Kauf eines historischen Krans oder die Herstellung einer Replik“ einzuholen. Weil Menke mittlerweile nur noch mit Gesamtkosten in Höhe von 50.000 Euro rechnet, dürfte das Projekt wohl nicht an der Finanzierung scheitern. Immerhin stiftet Menke 30.000 Euro aus eigener Tasche. Für die Restsumme sucht er noch Sponsoren. Möglich sei auch, dass der Rat ein Teil zuschießt.
Wenn Renko Menke die Kostenvoranschläge eingeholt hat, „präsentieren wir dem Rat das Vorhaben mit der Bitte um Genehmigung“, schreibt der OB. Menke freut dabei besonders das „Wir“. „Herr Kruithoff ist also dabei“, ist der Rentner überzeugt. Optimal sei es auch aus Sicht des Verwaltungschefs, wenn „das Vorhaben im Rahmen der Überplanung der Straße Am Delft Berücksichtigung fände“.
Bis dahin versucht Menke, noch einen prominenten Unterstützer an den Delft zu holen. „Ich schreibe Otto Waalkes einen Brief“, kündigte er an. Schließlich sei dessen „Otto-Huus“ ja direkt gegenüber. Und wer weiß, vielleicht hievt der neue Kran als erste Last einen Ottifanten über die Köpfe der Delftspucker.
