Aurich - Lange mussten die Fans vom hoch dotierten Turnier „Ostfriesland Cup - Only the Best“ warten, doch nun steht der Sieger fest: Grün-Weiß Firrel besiegte auf dem Auricher Ellernfeld den BSV Kickers Emden mit 3:2 und darf den Pokal durch den insgesamt dritten Turniersieg jetzt in die Vereinsvitrine stellen.

Beide Mannschaften wollten den Turniersieg, denn am Ende winken neben der ostfriesischen Fußball-Krone auch noch lukrative Preise. Auf die Siegprämie haben beide Mannschaften zugunsten der Familie von Marco Memenga, der vor ein paar Wochen während eines Pokalspiels auf dem Platz zusammenbrach und verstarb, verzichtet. Doch der Sieger erhält ein Trainingslager im Sporthotel Middelpunkt in Aurich sowie den Platz im Supercup-Spiel 2023 – und da kommt der FC St. Pauli ins Ostfriesland-Stadion nach Emden. Für den hiesigen Teilnehmer des Spiels – also Grün-Weiß Firrel – kann da ein hübsches Sümmchen hängen bleiben.

Entsprechend sahen die 500 Zuschauer zwei Mannschaften, die sich keine Blöße geben wollten. Die ersten Chancen hatte Grün-Weiß, aufseiten von Kickers leistete sich Ibrahim Sillah zwei Fehler. Beim ersten Fehler bekam Manuel Suda den Ball, passte auf Felix Karius, doch der zog über das Tor. Beim zweiten Fehler wieder ein langer Ball auf Karius, doch der scheiterte freistehend an BSV-Keeper Isaak Djokovic (13. und 14. Minute). Ansonsten war auf beiden Seiten Ballsicherung angesagt.

Bei Ecken des Emder Regionalligisten war die Firreler Abwehr sicher und schaltete zudem schnell um. Torwart Pascal de Buhr musste nicht einmal richtig eingreifen. Ob es der Frust des bisherigen Saisonverlaufes war? Sillah leistete sich noch zwei Fehler, der letzte hatte gravierende Auswirkungen. Er verlor gegen Reinhard Grotlüschen den Ball, der wollte auf und davon, doch der Sillah riss ihn um – Notbremse, letzter Mann und Schiedsrichter Hanno Ulferts zeigte dem Kickers-Spieler folgerichtig die Rote Karte (45.).

BSV-Trainer Stefan Emmerling musste handeln und brachte Verstärkung für die Abwehr: Der lange verletzte Milad Faqiryar kam für Holger Wulff. Doch das Tor für Firrel fiel trotzdem: Angriff über links, der Ball kam in der Mitte zu Tim Schouwer und der zog trocken ab (52.). Kaum hatte Kickers Luft geholt, erhöhte Manuel Suda auf 2:0 mit einem Flachschuss (55.).

Was war mit Kickers los, sollte sich Ähnliches abspielen wie zuletzt gegen Lübeck? Ayodeji Adeniran sorgte in der 64. Minute für Hoffnung im BSV-Lager (2:1). Faqiryar war im 16ern vom Torwart zu Fall gebracht worden, den fälligen Elfmeter verwandelte der US-Amerikaner. Doch die Freude über den Anschlusstreffer währte nur ein paar Sekunden: Vom Anstoßkreis aus sah Suda, dass Djokovic zu weit vor seinem Tor stand und zog ab - der alte zwei Tore Abstand war wieder hergestellt.

Danach versuchten beide Teams, das Spiel an sich zu reißen, ohne den Gegner einzuladen. Es dauerte aber bis zur 82. Minute, bevor erneut der Kickers Anhang jubelte. Firrel kann den Ball nicht sauber klären, aus dem Gewühl heraus machte der zehn Minuten vorher eingewechselte Gabriel Bamezon das 2:3 (82.). Zwei Minuten später nahm Adeniran das Leder direkt – knapp drüber. Geht noch etwas für den BSV Kickers? Nein, Suda hat noch einmal freie Schussbahn (genau auf Djokovic) und am Ende fehlt die Zeit: Grün-Weiß holt den Pott nach Firrel. Tore: 1:0 Tim Schouwer (52.), 2:0 Manuel Suda (54.), 2:1 Ajodeji Adeniran (FE/64.), 3:1 Manuel Suda (65.), 3:2 Gabriel bamezon (82.) GW Firrel: Pascal de Buhr – Tim Schouwer, Henning Röbke, Felix Karius (81. Ermal Hyseni), Manuel Suda, Rene Otto, Lasse Härtel, Michael Olbrys, Lukas Koch, Steef Borgmann (90.+1 Rals Grotlüschen), Reinhard Grotlüschen BSV Kickers: Isaak Djokovic – Nick Köster, Holger Wulff (45. Milad Faqiryar), Tade Niehues (72. Gabriel Bamezon), Vafing Jabateh (63. Matthias Goosmann), Ayodeji Adeniran, Ibrahim Sillah, Yanic Konda (79. Rico Cordes), Andre N’Diaye, Heiko Visser, Adeyemi Ayodele

Dirk de Vries
Dirk de Vries Emder Zeitung