Hinte/Emden - Wochenlang haben sie Material gesammelt, es über Wochen sortiert und eingeordnet, und das Ergebnis findet prompt Anklang: Das Buch „Un’s Gemeen Hint“, das der Verein De Plattproters zum 50-jährigen Bestehen der Gemeinde Hinte herausgebracht hat, sei schon oft verkauft worden, erzählt die Vorsitzende Sophie Lindner. Jetzt hat der Verein den nächsten Schritt getan, um das Werk dem Publikum noch leichter zugänglich zu machen: in der Emder Bücherstube am Rathaus.
Anfang des Jahres hatten die Plattproters, die sich dem Erhalt der plattdeutschen Sprache verschrieben haben, die Anregung aufgegriffen, das Jubiläumsjahr mit einem Buch über die Gemeinde zu bereichern. Das war auch wieder eine willkommene Aufgabe für den Verein, der in Hinte in Schulklassen und über die Erwachsenenbildung das Plattdeutsche lehrt, aber in Coronazeiten pausieren musste. In den Jahren hatten die Mitglieder zusammen mit dem Loppersumer Pastor Sebastian Schrap bereits ein anderes Buch erstellt: „Vertellsells ut de Bibel“ – eine Zusammenstellung von Bibel-Geschichten, die sie auf Platt übersetzt haben. Das Werk erfreut sich einiger Beliebtheit, weiß der Pastor zu berichten.
Informationen aus dem Rathaus
Auch die neue Betrachtung der Gemeinde sei gefragt, meint die Vorsitzende Sohpie Lindner. Für das Buch holten die Aktiven von Plattproters sich zunächst Informationen und Fotos von der Gemeindeverwaltung. „Die haben uns sehr viel geholfen“, meint Sophie Lindner. Viele Mitglieder erkundigten sich zudem in der Verwandt- und Bekanntschaft und bekamen viele alte Fotos aus Familienalben. Dazu stellten die Teilnehmer des Projekts dann eigene, aktuelle Fotos, so dass oftmals ein Vergleich möglich ist. Luftbilder bieten einen Überblick über die Ausdehnung der Dörfer in der heutigen Zeit. Die Texte dazu gibt es in dem Werk natürlich in zwei Sprachen: auf Hoch- und Plattdeutsch.
„Wir sind keine Historiker, es ist kein Geschichtsbuch“, warnt die Plattproter-Schriftführerin Hille Neumann vor falschen Erwartungen. Aber es enthält auf die eine oder andere Art viele authentische Geschichten aus Hinte. Darin könnte der Grund liegen, dass das Buch gut weggeht, meint die Vorsitzende: Es dokumentiere die Gemeinde im 50. Jahr seit der Gebietsreform. „Es wird an Bedeutung gewinnen, denn Hinte wird sich weiter entwickeln.“ Sehr gerne, so stellten die Plattproters fest, wird das Werk auch verschenkt.
Mit dem Erfolg erinnerte man sich daran, wie gut der Verein mit der Emder Bücherstube schon bei früheren Gelegenheiten zusammengearbeitet hat. Auf eine Anfrage bei der Wübbena GbR, die das Geschäft betreibt, kam prompt eine Zusage. „Wir habe eine ostfriesische Ecke, die sich mit Heimat beschäftigt“, erklärt die Mitarbeiterin Maike Frerichs das Interesse der Buchhandlung. „Da passt dieses Buch sehr gut rein.“ Das christliche Interesse der Buchhandlung kommt auch nicht zu kurz, denn im Buch kommen auch alle Kirchen der Gemeinde vor.
