Emden - Noch vor wenigen Jahren war die Nachfrage nach Plätzen im Studiengang Sozial- und Gesundheitsmanagement an der Hochschule Emden/Leer riesig. Auf einen Studienplatz kamen drei bis vier Bewerber. Und das, obwohl es sich bei dem Studiengang um einen mit Zugangsbeschränkung handelt. Der Numerus Clausus schränkt die Zahl der Bewerber also im Vorfeld ein. Trotzdem konnte sich die Hochschule vor Interessenten kaum retten. Jetzt sieht das anders aus. Die Bewerbungszahlen sind eingebrochen. Zum Start in das neue Wintersemester sind erstmals noch freie Plätze verfügbar. Und die Hochschule lädt deshalb zum „koordinierten Nachrücken“ ein. Doch warum ist das so?
70 Studienplätze stehen zur Verfügung
Insgesamt gibt es 70 Studienplätze für das neue Wintersemester. Auf diese Plätze haben sich 108 potenzielle Studenten beworben. „100 von ihnen haben wir zugelassen“, sagte Wilfried Grunau, Pressesprecher der Hochschule Emden/Leer, im Gespräch mit dieser Redaktion. Das sind also mehr, als es freie Plätze gibt. Doch längst nicht alle nehmen den Studienplatz auch an. „Viele bewerben sich parallel auf verschiedene Studiengänge an unterschiedlichen Universitäten. Am Ende können sie dann auch aussuchen, wo sie studieren wollen“, erklärt Grunau. Und nicht wenige ziehen dann eine hippe Groß- oder Studentenstadt dem eher beschaulichen Emden vor. Von den 100 Zugelassenen werden also längst nicht alle zusagen und in Emden studieren.
Nachrücken und Losverfahren
Um die freibleibenden Plätze noch mit Studienanfängern zu besetzen, nimmt der Studiengang erstmals für das kommende Wintersemester 2022/23 am so genannten „Koordinierten Nachrücken“ teil. Interessierte haben dabei die Möglichkeit, ihre Teilnahme am Nachrücken sowie einem Losverfahren in der Zeit vom 25. August, 0 Uhr, bis 27. August, 24 Uhr, im Bewerbungsportal von „hochschulstart.de“ zu erklären. Dazu müssen sich die Studieninteressierten auf dem Portal (https://dosv.hochschulstart.de) registrieren und ihre Teilnahme am Koordinierten Nachrücken/Losverfahren erklären. Die Zulassungen werden dann zeitnah bekannt gegeben.
Weniger Bewerber
Generell sieht die Hochschule laut Grunau bundesweit einen Rückgang der Bewerberzahlen an den Hochschulen und Universitäten. Zwar nehme die Zahl der an einem Studium Interessierten ab, gleichzeitig würde aber die Qualität der Bewerber immer weiter steigen. „Die Bewerber werden immer qualifizierter“, sagte Grunau. Deswegen seien auch fast alle Bewerber zum Studium zugelassen.
Der Bachelor-Studiengang „Sozial- und Gesundheitsmanagement“ ist ein betriebswirtschaftlicher Studiengang, der darüber hinaus soziale und gesundheitsbezogene Inhalte vermittelt. Die Studierenden wählen im 2. Semester entweder die Studienrichtung „Sozialmanagement“ oder die Studienrichtung „Gesundheitsmanagement“.
In der Vertiefung „Sozialmanagement“ erhalten sie Spezialwissen über die Arbeitsfelder, Methoden und Handlungsweisen der Sozialen Arbeit sowie über das institutionelle und politische Gefüge der Sozialwirtschaft.
In der Vertiefung „Gesundheitsmanagement“ erhalten sie Spezialwissen über institutionelle und gesundheitspolitische Rahmenbedingungen der Gesundheitsversorgung und über die Bereitstellung und Inanspruchnahme von Gesundheitsdienstleistungen aus steuerungspolitischer Sicht.
Das Studium ist neben den theoretischen Inhalten sehr projekt- und praxisorientiert. Es gibt zum Beispiel Fallstudien, Planspiele und spannende Praxisprojekte mit Aufgaben aus der realen Arbeitswelt. Betriebe der Sozial- und Gesundheitswirtschaft, öffentliche Verwaltungen und Unternehmen aus der Region arbeiten hier mit der Hochschule Emden/Leer zusammen.
Hochschul-Sprecher Wilfried Grunau ist zuversichtlich, dass alle Plätze durch das Nachrückverfahren besetzt werden. Doch was passiert eigentlich, wenn alle Zugelassenen den Studienplatz annehmen? Grunau kann hier entwarnen: Sollten sich mehr als 70 Studienanfänger einschreiben, bekommt auch jeder einen Platz. „Wer sich einschreibt, kann studieren“, bekräftigt der Sprecher. Es liegt dann an der Hochschule, die Rahmenbedingungen zu schaffen. Es kann also durchaus vorkommen, dass statt der 70 Plätze plötzlich mehr als 80 Menschen ein Studium im Sozial- und Gesundheitsmanagement beginnen. „Das gab es in den Vorjahren auch und stellt uns nicht mehr vor allzu große Herausforderungen“, versichert der Sprecher.
Start des neuen Wintersemesters ist am 1. September. Die Vorlesungen beginnen allerdings erst am 19. September. In der Woche davor findet eine Einführungswoche für alle Erstsemester statt.
