Emden - Die Hochschule Emden/Leer weist die Behauptung ihres Professors für Volkswirtschaftslehre, Dr. Reiner Osbild, zurück, es ihm an Fürsorge mangeln zu lassen. Zugleich lehnt die Hochschule auch alle seine öffentlich erhobenen finanziellen Forderungen als „abwegig“ zurück. Damit reagiert die Hochschulleitung auf die jüngsten Einlassungen des umstrittenen Professors, die er im Anschluss an eine Arbeitsgerichts-Verhandlung gegenüber der Presse getätigt hat. Vor dem Arbeitsgericht versucht Osbild aktuell, sich Schadenersatz in Höhe von 50 000 Euro zu Lasten der Hochschule zu erklagen, da diese seine Reputation beschädigt habe.
Protestaktion
Wie berichtet, nutzte der ehemalige AfD-Vorsitzende Ostfrieslands den Gerichtstermin am Dienstag, um im Anschluss seine Sicht der Dinge im jahrelangen Streit mit seiner Arbeitgeberin, der Hochschule Emden/Leer, darzustellen. Unter anderem fühlt sich Osbild von der Hochschulleitung „alleingelassen“, zuletzt bei der Anfang Oktober von ehemaligen Hochschullehrern initiierten Flugblatt-Aktion, die sich gegen die Thesen des AfD-Mitglieds und seiner Tätigkeit an der Hochschule richtete. Osbild kritisierte, dass den Initiatoren das Wort gewährt werde, ihm ein Gespräch aber verweigert würde.
Erheblicher Gegenwind
Die Hochschule Emden/Leer hält nun dagegen, dass Osbild selbst „seit langem mit zugespitzten und polemischen Äußerungen in der Öffentlichkeit“ auffalle. Er mache damit von seinem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch. Er könne aber keineswegs erwarten, dass die Hochschule sich diese Äußerungen zu eigen macht. Und er nehme „billigend, vielleicht sogar bewusst in Kauf, mit den von ihm geäußerten Ansichten auf erheblichen Gegenwind innerhalb und außerhalb der Hochschule zu stoßen“, teilte Wilfried Grunau, Leiter des Präsidialbüros und Pressesprecher der Hochschule, mit. „Von einem Wissenschaftler wie Dr. Osbild kann und muss eine Hochschule aber auch erwarten, dass er es aushält, wenn seine Äußerungen Diskussionen und auch Demonstrationen auslösen.“
Kritik aushalten
Zudem verwahrt sich die Hochschule gegen juristische Drohgebärden ihres Professors. „Professor Osbild tut sich ganz gewiss keinen Gefallen, wenn er sein Heil regelmäßig in juristischen Auseinandersetzungen sucht“, so Grunau. Die Hochschule sei gelassen und zuversichtlich und sieht keinen Verstoß gegen Fürsorgepflichten jedweder Art. „Professor Dr. Osbild kann sich frei äußern, solange er sich im Rahmen der Gesetze bewegt. Gleichwohl muss er Kritik ebenso aushalten, wie dies auch die Hochschulleitung seit geraumer Zeit gelassen tut.“
