Emden - Ein echtes Horrorwochenende hat der ehemalige Emder Lars Baumfalk am vergangenen Wochenende in Emden erlebt. Der 31-Jährige, der auf der Insel Spiekeroog lebt, musste in Emden vorzeitig sein Hotel verlassen, weil er am Samstagvormittag positiv auf Corona bei einem Antigen-Schnelltest getestet wurde. „Es war absolut gruselig“, sagte er in einem Gespräch mit dieser Zeitung. Er wollte sich in seinem Zimmer im „Hotel am Delft“, das er bereits einen Tag vorher bezogen hatte, sofort isolieren. Doch man komplementierte den bereits zwei Mal geimpften und geboosterten Gast kurzerhand aus dem Hotel. Hilfe, um eine neue Unterkunft zu finden, die gab es nach seiner Aussage nicht vom Hotelpersonal. Er solle nur „umgehend“ aus dem Hintereingang das Haus verlassen, habe man ihm über das Haustelefon ausgerichtet.
Baumfalk: „Ich stand dann da in Sturm und Regen und wusste nicht wohin.“ Mit seinem Mobiltelefon rief er verschiedene Unterkünfte in Emden an. Doch keiner habe ein Zimmer gehabt. Im Hotel „Goldener Adler“ habe man sich sehr bemüht, doch auch dort seien die „Isolierzimmer“ belegt gewesen.
Zur Insel konnte Baumfalk am Samstag auf keinen Fall zurück: „Ich hatte auch mein Auto nicht dabei. Meine Lebensgefährtin wollte mich am Sonntag abholen.“ Auch waren wegen des Sturms die Fährverbindungen zur Insel unterbrochen.
In seiner Not holte er sich Rat bei der Polizei. Die haben ihn erst einmal darauf verwiesen, dass er sich umgehend bei dem für ihn zuständigen Gesundheitsamt melden muss. „Das habe ich auch versucht, aber bei Behörden ist das am Wochenende schwer.“ Aus dem Emder Gesundheitsamt, dies habe er erreicht, bekam er ebenfalls den Hinweis, sich in Wittmund zu melden. Baumfalk: „Ich war echt verzweifelt. Ich brauchte doch nur eine Flasche Wasser, ein Dach über dem Kopf und eine saubere Decke, mehr wollte ich doch gar nicht.“ Zur Not wäre er sogar in eine Gefängniszelle gegangen, berichtete der Insulaner.
Doch soweit kam es dann doch nicht. Er fand Aufnahme – „überaus herzlich und kompetent“ – im Emder Seemannsheim. Dort isolierte man ihn und versorgte ihn mit allem Notwendigen.
Das Hotel am Delft teilte auf Anfrage mit, dass sie grundsätzlich keine Auskünfte zu Gastangelegenheiten geben. Sie nähmen die Corona-Pandemie „ausgesprochen ernst“. Es wurde noch auf das Hausrecht verwiesen. Davon werde, „egal aus welchem Grund“ auch Gebrauch gemacht, schrieb Bastian Strube vom Hotel am Delft.
