Emden - Klimaneutral reisen und Waren transportieren – das ist das Ziel der Hochgeschwindigkeitstechnologie Hyperloop, die längst keine Utopie mehr ist. Zu den Unterstützern dieser innovativen Technik gehören besonders das Land Niedersachsen und die ebenfalls sehr aktive Provinz Groningen. Am Freitag unterzeichnete der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler (CDU), mit seinen Kollegen aus der Provinz Groningen eine Absichtserklärung für eine gemeinsame, grenzübergreifende Zusammenarbeit zur weiteren Erforschung und Realisierung des Transportsystems per Röhre und Überschallgeschwindigkeit.
Die Absichtserklärung für eine enge Zusammenarbeit sei ein wichtiges Instrument, um künftig Fördermittel aus Europa für das Projekt zu bekommen. „Die heute vereinbarte grenzüberschreitende Kooperation wird ein zentraler Punkt für zukünftige, gemeinsam abgestimmte Aktivitäten und Drittmittelakquise auf europäischer Ebene sein“, sagte Minister Thümler im Rummel des Emder Rathauses vor etwa 50 projektbeteiligten Gästen diesseits und jenseits der Ems. Empfangen hatte sie Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos). Er betonte die Innovationsfreude der Niederländer.
Transrapid-Teststrecke
Dazu gehört sicherlich der Hyperloop. „In dieser Technologie steckt Wumms“, sagte Thümler. Er dankte den beiden Emder Professoren Walter Neu und Thomas Schüning, die seit Jahren an dem Projekt forschen und festhalten. Es dürfe nicht noch einmal passieren, dass Zukunfts-Technologie wie der Transrapid in China funktioniert, Niedersachsen aber abgehängt ist – ausgerechnet dort, wo die Teststrecke dafür bekanntlich im niedersächsischen Emsland steht.
Gemeinsame Region
Die nach einem verheerenden Unfall stillgelegte Strecke zwischen Lathen und Dörpen könne nun langfristig für Hyperloop-Forschung genutzt werden. „Es ist eine Herausforderung, aber machbar“, sagte der Minister.
Auch Ijzebrand Rijzebol, Beigeordneter für Wirtschaft und Finanzen der Provinz Groningen, betonte die Förderung „bahnbrechender Forschung“ in allen Bereichen, um Wirtschaftskraft und Vitalität der Region zu unterstützen. „Durch die Zusammenarbeit mit unseren niedersächsischen Nachbarn können wir die Position der gemeinsamen Region als weltweit führend in der Technologieforschung und -entwicklung stärken, insbesondere im Bereich der Hyperloop-Entwicklung“, sagte Rijzebol. Tatsächlich befinden sich in Veendam und Groningen bereits erste Hyperloop-Teststrecken im Aufbau.
Am Freitag ging es nicht nur um Absichtserklärungen. Der Minister hatte außerdem zwei weitere, hoch dotierte Förderschecks für die Hochschule Emden/Leer dabei. Beide betreffen indirekt den Hyperloop, direkt den Strukturwandel der Region und nachhaltige Mobilität.
