Emden - Die gute Nachricht vorweg: Wer ab kommende Woche ins Bürgerbad schwimmen geht, kann sich weiter auf mindestens 24 Grad warmes Wasser freuen - trotz der immens gestiegenen Energiekosten. Die schlechte Nachricht: die Eintrittspreise werden leicht erhöht. Doch das sollte angesichts der enormen Mehrausgaben, die dem Van-Ameren-Bad noch bevorstehen, zu verkraften sein, so die einhellige Meinung bei der turnusmäßigen Mitgliederversammlung am Donnerstagabend. „Die Kostensteigerung wird wehtun“, erklärte Technik-Chef Peter Kurzak vor etwa 50 der aktuell 2160 Mitglieder. „Auf eine Reduzierung der Wassertemperatur, wie es andere Bäder machen, wollen wir aber verzichten, sonst kommen sicher weniger Besucher.“
Verbrauch und Preise steigen
Tatsächlich waren nach den Berechnungen von Kurzak die anteiligen Kosten für Energie je Besucher mit 121 Cent noch nie so hoch wie im vergangenen Jahr. Zwar waren Corona-bedingt nur 60 Prozent der durchschnittlichen Besucherzahl erreicht worden, doch die Preissteigerungen bei Gas, Wasser und Strom werden auch künftig den Ertrag nochmals deutlich schmälern. Beim Gaspreis rechnet Kurzak sogar mit 50 Prozent Teuerung bei gleichzeitig viel höherem Verbrauch als im Vorjahr, weil erstmals seit Corona wieder früh in die Saison gestartet werden darf und das Wasser noch ordentlich aufgeheizt werden muss. Zudem sei der Stromverbrauch erheblich gestiegen, weil die Umwälzpumpen pausenlos arbeiten müssen. Sie sorgen für einen höheren Durchfluss, um Algenbildung zu vermeiden, für die die veraltete Beckenfolie verantwortlich ist.
Die Eintrittspreise fürs Van-Ameren-Bad sind nach zuletzt vereinzelten Erhöhungen 2018 und 2019 jetzt durchweg erhöht worden.
Erwachsene zahlen 4 statt 3,50 Euro, ermäßigt 3 statt 2 Euro. 12er-Karten kosten für Erwachsene 40 Euro (vorher 35 Euro), ermäßigt 30 Euro (20).
Kinder zahlen 2 statt 1,50 Euro Einzelpreis. Für die 12er-Karte 20 Euro (vorher 15).
Die Familien-Einzelkarte kostet 10 statt 8,50 Euro.
Die Dauersaison-Karten sind zwischen 5 und 20 Euro teurer geworden, kosten zwischen 100 (erwachsenes Mitglied) und 210 Euro (Familien).
Unterm Strich 340.000 Euro
Zumindest bei der Beckenfolie ist bald Besserung beziehungsweise Erneuerung in Sicht. Im Herbst ist der dritte und letzte Sanierungsschritt des Beckens mit Austausch der 27 Jahre alten Folie geplant, der Auftrag hierfür bereits erteilt. Allerdings muss auch das bezahlt werden. Auf den Verein kommen dann nochmals erhebliche Kosten zu: 141.000 Euro sind für die neue Folie veranschlagt, 6000 Euro für die Entsorgung der alten. Mit 15.000 Euro sind die Leistungen berechnet, die die Helfer der Mittwochsgruppe erbringen. „Was wir selbst machen können, machen wir auch allein“, sagte Kurzak. Dennoch: Unterm Strich der 2019 begonnenen Gesamtsanierung werden rund 340.000 Euro stehen, die das einzige ohne Steuergelder finanzierte Bürgerbad Deutschlands selbst stemmt.
Patenschaften für Folien-Quadratmeter
Leisten kann sich das Bad das Ganze nur aufgrund der vielfältigen Unterstützung aus der Bevölkerung wie auch der ehrenamtlicher Helfer, wie die Vorsitzende Gudrun Schöttes in ihrem Bericht nochmals betonte. „Diese Unterstützung ist auch während der Pandemie nie weggebrochen, das begeistert“, sagte sie. „Beeindruckend“ sei auch die Spendenbereitschaft vieler Privatleute in dieser Zeit. Auf diese kommt im Übrigen im Herbst noch eine Werbekampagne zu. Für die neue Becken-Folie sollen „Patenschaften“ je Quadratmeter angeboten werden.
Ohne Spenden „dunkelrot“
Dass augenblicklich nur drei Werbetafeln für Gewerbetreibende im Bad frei sind, ist wohl Marketing-Leiter Frank Feilscher zu verdanken. Kündigungsabsichten in schwierigen Zeiten der Unternehmen habe er abwenden können und sogar mit 33.300 Euro 15 Prozent mehr Geld aus Werbung als noch vor Corona generieren können, auch durch eine Preisanpassung und eine nicht ganz kostenlosen neuen Verlinkung der Werber auf der eigenen Internetseite.
Der Kassenbericht von Jean-Charles Juchter, wegen Erkrankung vorgetragen vom zweiten Vorsitzenden Holger Kummer, untermauert die solide Finanzlage des Vereins. Spenden, Eintrittsgelder, Mitgliederbeiträge sorgen für Rücklagen, die Sanierungen dieser Größenordnung ermöglichen. Entscheidend sei aber auch die Coronahilfe von gut 45.000 Euro gewesen, die im vergangenen Jahr ausgezahlt wurde. „Ohne diese Hilfe und ohne die Spenden sähen wir jetzt dunkelrot“, sagte Kummer.
Emden - Die gute Nachricht vorweg: Wer ab kommende Woche ins Bürgerbad schwimmen geht, kann sich weiter auf mindestens 24 Grad warmes Wasser freuen - trotz der immens gestiegenen Energiekosten. Die schlechte Nachricht: die Eintrittspreise werden leicht erhöht. Doch das sollte angesichts der enormen Mehrausgaben, die dem Van-Ameren-Bad noch bevorstehen, zu verkraften sein, so die einhellige Meinung bei der turnusmäßigen Mitgliederversammlung am Donnerstagabend. „Die Kostensteigerung wird wehtun“, erklärte Technik-Chef Peter Kurzak vor etwa 50 der aktuell 2160 Mitglieder. „Auf eine Reduzierung der Wassertemperatur, wie es andere Bäder machen, wollen wir aber verzichten, sonst kommen sicher weniger Besucher.“
Verbrauch und Preise steigen
Tatsächlich waren nach den Berechnungen von Kurzak die anteiligen Kosten für Energie je Besucher mit 121 Cent noch nie so hoch wie im vergangenen Jahr. Zwar waren Corona-bedingt nur 60 Prozent der durchschnittlichen Besucherzahl erreicht worden, doch die Preissteigerungen bei Gas, Wasser und Strom werden auch künftig den Ertrag nochmals deutlich schmälern. Beim Gaspreis rechnet Kurzak sogar mit 50 Prozent Teuerung bei gleichzeitig viel höherem Verbrauch als im Vorjahr, weil erstmals seit Corona wieder früh in die Saison gestartet werden darf und das Wasser noch ordentlich aufgeheizt werden muss. Zudem sei der Stromverbrauch erheblich gestiegen, weil die Umwälzpumpen pausenlos arbeiten müssen. Sie sorgen für einen höheren Durchfluss, um Algenbildung zu vermeiden, für die die veraltete Beckenfolie verantwortlich ist.
Die Eintrittspreise fürs Van-Ameren-Bad sind nach zuletzt vereinzelten Erhöhungen 2018 und 2019 jetzt durchweg erhöht worden.
Erwachsene zahlen 4 statt 3,50 Euro, ermäßigt 3 statt 2 Euro. 12er-Karten kosten für Erwachsene 40 Euro (vorher 35 Euro), ermäßigt 30 Euro (20).
Kinder zahlen 2 statt 1,50 Euro Einzelpreis. Für die 12er-Karte 20 Euro (vorher 15).
Die Familien-Einzelkarte kostet 10 statt 8,50 Euro.
Die Dauersaison-Karten sind zwischen 5 und 20 Euro teurer geworden, kosten zwischen 100 (erwachsenes Mitglied) und 210 Euro (Familien).
Unterm Strich 340.000 Euro
Zumindest bei der Beckenfolie ist bald Besserung beziehungsweise Erneuerung in Sicht. Im Herbst ist der dritte und letzte Sanierungsschritt des Beckens mit Austausch der 27 Jahre alten Folie geplant, der Auftrag hierfür bereits erteilt. Allerdings muss auch das bezahlt werden. Auf den Verein kommen dann nochmals erhebliche Kosten zu: 141.000 Euro sind für die neue Folie veranschlagt, 6000 Euro für die Entsorgung der alten. Mit 15.000 Euro sind die Leistungen berechnet, die die Helfer der Mittwochsgruppe erbringen. „Was wir selbst machen können, machen wir auch allein“, sagte Kurzak. Dennoch: Unterm Strich der 2019 begonnenen Gesamtsanierung werden rund 340.000 Euro stehen, die das einzige ohne Steuergelder finanzierte Bürgerbad Deutschlands selbst stemmt.
Patenschaften für Folien-Quadratmeter
Leisten kann sich das Bad das Ganze nur aufgrund der vielfältigen Unterstützung aus der Bevölkerung wie auch der ehrenamtlicher Helfer, wie die Vorsitzende Gudrun Schöttes in ihrem Bericht nochmals betonte. „Diese Unterstützung ist auch während der Pandemie nie weggebrochen, das begeistert“, sagte sie. „Beeindruckend“ sei auch die Spendenbereitschaft vieler Privatleute in dieser Zeit. Auf diese kommt im Übrigen im Herbst noch eine Werbekampagne zu. Für die neue Becken-Folie sollen „Patenschaften“ je Quadratmeter angeboten werden.
Ohne Spenden „dunkelrot“
Dass augenblicklich nur drei Werbetafeln für Gewerbetreibende im Bad frei sind, ist wohl Marketing-Leiter Frank Feilscher zu verdanken. Kündigungsabsichten in schwierigen Zeiten der Unternehmen habe er abwenden können und sogar mit 33.300 Euro 15 Prozent mehr Geld aus Werbung als noch vor Corona generieren können, auch durch eine Preisanpassung und eine nicht ganz kostenlosen neuen Verlinkung der Werber auf der eigenen Internetseite.
Der Kassenbericht von Jean-Charles Juchter, wegen Erkrankung vorgetragen vom zweiten Vorsitzenden Holger Kummer, untermauert die solide Finanzlage des Vereins. Spenden, Eintrittsgelder, Mitgliederbeiträge sorgen für Rücklagen, die Sanierungen dieser Größenordnung ermöglichen. Entscheidend sei aber auch die Coronahilfe von gut 45.000 Euro gewesen, die im vergangenen Jahr ausgezahlt wurde. „Ohne diese Hilfe und ohne die Spenden sähen wir jetzt dunkelrot“, sagte Kummer.
