Freepsum - Freude und Sorge liegen in Freepsum aktuell nah beieinander. Da ist die Freude, die den beiden Programmverantwortlichen des Internationalen Freepsumer Gitarrenfestivals, Sönke Meinen und Philipp Wiechert, genauso ins Gesicht geschrieben steht wie Holger Rodiek vom Verein Landkultur Freepsum – der wieder seine Kulturgulfhofscheune zur Verfügung stellt. Es ist die zehnte Auflage und der wiederholte Versuch, das Jubiläum auf die Beine zu stellen. Endlich. Trotz Corona. Aber: Es ist auch die Sorge vor einem Flop, es sind die gestiegenen Kosten, die Kulturveranstalter landauf unter Druck setzen und die die Portemonnaies der Besucher schmaler werden lassen.
„Etwas Einzigartiges“
Cocotá, Sängerin Fama M’Boup und der Gitarrist Christian Stoltz, mit Leidenschaft für senegalesischen Pop, beginnen am Freitag um 19.15 Uhr.
Sönke Meinen und Bjarke Falgren folgen ab 20.15 Uhr mit Folk, Jazz, Weltmusik und Klassik.
Antoine Boyer und Samuelito bieten ab 21.15 Uhr einen Mix voller mitreißender rhythmischer, harmonischer und melodischer Facetten.
Will McNicol beginnt am Samstag ab 19 Uhr. Bereits 2011 wurde er vom britischen Guitarist zum „Akustikgitarrist des Jahres“ gekürt und spielt in Ländern quer über dem Erdball.
Philipp Wiechert und Falk Breitkreuz folgen ab 20 Uhr mit Jazz sowie amerikanischer Folkmusik.
John Smith bildet ab 21 Uhr mit Fingerstyle- und Slide-Gitarrentechniken den Schlusspunkt des Festivals.
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„Man muss nicht drum herum reden, es ist eine verdammt schwierige Zeit für Kulturveranstaltungen“, sagt nun auch Sönke Meinen in einer Pressekonferenz, in der es trotz der herausfordernden Situation vor allem um Optimismus und Vorfreude geht. Denn Freepsum, da sind sich die beiden Programmverantwortlichen einig, das sei schon eine ganz besondere Situation. Ein Gitarrenfestival, das Besucher aus dem europäischen Umland nach Ostfriesland lockt, auf dem Künstler aus noch entfernteren Regionen musizierten, aus den USA, aus Brasilien, aus England, Frankreich, Italien und Co. Das eine besondere Atmosphäre aufweise, bei dem die Künstler vor und nach ihren Auftritten nicht in verschlungenen Backstage-Kabinen abseits des Publikums hocken, sondern sich inmitten der Besucher tummeln – und ansprechbar seien. „Das ist schon etwas ganz Besonderes und etwas Einzigartiges.“
Philipp Wiechert (l.), am Samstagabend gemeinsam mit Falk Breitkreuz, ist der zweite Organisator des Programms. Bild: privat
Finanzierung rein über Eintritte
Dazu kommt: Das Festival verzichtet auf öffentliche Gelder. Es trägt sich über den Verkauf der Eintrittskarten – und viel ehrenamtlicher Arbeit. „Wir sind also auf eine volle Hütte angewiesen“, sagt Meinen. Volle Hütte meint in diesem Fall jeweils rund 135 Karten, die pro Konzertabend herausgegeben werden. „Wir haben wegen Corona die Maximalanzahl an Gästen etwas reduziert“, erzählt Meinen. Ursprünglich hätten 199 Gäste Platz im Kulturgulfhof gefunden.
Drei Konzerte gibt es pro Abend, der Eintrittspreis liegt bei 28 Euro. Das ist um ein paar Euro teurer als in der Vergangenheit. „Wir versuchen da den Balance-Akt aus einer fairen Bezahlung für die Künstler und keiner zu großen Mehrbelastung für die Gäste zu schaffen.“ Zum Teil kostenlos ist das Tagesprogramm am Samstag. Die Gitarrenausstellung sowie die offene Bühne, auf der sich die unentdeckten Gitarrentalente unter den Besuchern ausprobieren können, erfordern keinen finanziellen Einsatz. Anders sieht es mit den Workshops aus, etwa dem „Flamenco für Einsteiger“. Für die gibt es ab Freitagabend eine Liste, in der sich Interessierte eintragen können. „So hoffen wir auf einen Erfolg“, sagen die Organisatoren, „weil sich hier seit 2011 wirklich etwas ganz Besonderes etabliert hat“.
Weitere Informationen unter www.freepsumguitarfestival.de.
