Emden - Durch den Überfall Russlands auf die Ukraine schnellt im März die Nachfrage nach Lebensmitteln wie Speiseöl und Mehl stark in die Höhe. Angefacht auch durch die sozialen Medien greifen Verbraucher aus Angst vor Engpässen zu einer höheren Stückzahl. Aber gerade diese Hamsterkäufe führen schließlich zu den Lücken in den Regalen, weil die Logistik so schnell nicht nachkommt, betont Christian Brahms, Inhaber des Emder Multi-Marktes. Er hält die Hamsterei für unbegründet. Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels geht sogar noch einen Schritt weiter und appelliert, Hamsterkäufe zu unterlassen.
Handelsübliche Mengen
Im Gespräch mit dieser Zeitung räumt Christian Brahms ein, dass einzelne Produkte, wie beispielsweise das günstigste Mehl, kurzzeitig ausverkauft sind. Aber für die Verbraucher gibt es Alternativen. Lieferengpässe oder Lieferschwierigkeiten, wie vielfach behauptet wird, bestätigt er nicht. Zudem ist er davon überzeugt, dass sich die Situation schon bald entspannt. Einen Grund dafür, zusätzliche Vorräte anzulegen, sieht er deshalb auch nicht. Dennoch führt das Kaufverhalten im Frühjahr dazu, dass der Verkauf bestimmter Produkte nur in handelsüblichen Mengen erfolgt.
Bei der Bünting-Gruppe, zu denen die Combi-Märkte der Region gehören, sind dagegen noch keine Hamsterkäufe zu verzeichnen.
Weniger Produkte
Dennoch wirkt sich der Krieg auf das Unternehmen aus, teilt Pressesprecherin Martina Monsees, auf Nachfrage mit. „Als verantwortungsbewusstes Handelsunternehmen haben wir entschieden, Produkte russischer Lieferanten nicht mehr nachzubestellen.“ Beispiele nennt sie allerdings keine. Das Unternehmen könne noch nicht abschätzen, wie sich die aktuellen Geschehnisse auf die Lieferkette auswirken werden, heißt es dazu.
Leere Regale aufgrund von Hamsterkäufen bestätigt dagegen eine Mitarbeiterin des Edeka-Marktes Camps am Eisenbahndock. „Aber auch schon am Anfang der Pandemie war es zu vermehrtem Kauf von Toilettenpapier gekommen“, betont sie.
