Emden - Wer jetzt noch einmal einen Blick auf den gewissermaßen stadtteilprägenden, zumindest aber markanten Altbau an der Nordertorstraße 48 gegenüber der Tanzschule Astrid Löschen werfen will, sollte das bald tun: Noch Ende dieser Woche soll das Haus Geschichte sein, der Abriss wird in diesen Tagen beginnen. Auch der Zeitplan für den folgenden Neubau ist jetzt plötzlich schnell getaktet: Schon im Februar soll gerammt werden, in einem Jahr soll das Haus stehen.
Geplant ist an dieser Stelle ein elf Meter hoher und deutlich breiterer Neubau. Darin sind acht Wohnungen vorgesehen. Die kleinste 60 Quadratmeter, die größte 80. Alle mit Balkon zum Wasser, die beiden Penthouse-Wohnungen sogar mit 35 Quadratmeter großer Dachterrasse. Einen Teil will der Bauherr vermieten, einen anderen verkaufen. Anfragen gäbe es genug, sagte Bernd Grotlüschen. Um die Beantwortung werde er sich jetzt kümmern. „Bislang konnte ich ja nichts Konkretes sagen, weil wir so lange auf die Genehmigungen gewartet haben.“
Straßensperrung erwartet
Eine steht im Übrigen noch aus, die für die erforderliche halbseitige Sperrung der Straße während der Abrissarbeiten. Da der Hauptabriss mit schwerem Gerät nur wenige Tage dauern soll, gibt sich Grotlüschen aber zuversichtlich. Immerhin: Es ist ein ziemliches Nadelöhr an dieser Stelle, durch das der gesamte Verkehr Richtung Wolthusen/Uphusen und retour rollt. An diesem Montag und Dienstag sind die Mitarbeiter des Abrissunternehmens Marvin Herms aus Großheide allerdings noch mit dem Ausräumen des Mobiliars und anderer Hinterlassenschaften in und um das Haus beschäftigt.
Kampfmittel und Ramme
Nächste Woche stehen bereits weitere Sondierungsuntersuchungen auf Kampfmittel auf dem Terminplan. So seien die Freiflächen zwar schon untersucht, doch es gebe noch einen „roten Punkt“ unter dem Gebäude, erklärte Grotlüschen. Im Februar soll dann gerammt werden, wobei ein spezielles, vibrationsarmes Verfahren für die rund 70, zwölf Meter langen Holzpfähle gewählt würde. Läuft alles wie vorgesehen, soll Bauunternehmer Daniel Buß aus Großheide den Neubau im Frühjahr 2024 nach den Plänen vom Emder Architekturbüro Nexxia, Carsten Uhe, fertiggestellt haben.
Lange hatte Bauherr Bernd Grotlüschen auf die Baugenehmigung gewartet. Obwohl der Rat schon im Frühjahr 2021 mit der Änderung des Bebauungsplans grünes Licht für das Mehrparteienhaus gegeben hatte, dauerte es nochmals bis in den Herbst vergangenen Jahres. Das Grundstück war zuvor noch als Verkehrsfläche für einen potenziellen Buswendeplatz vorgesehen, dessen Realisierung bekanntlich verworfen worden war. Stattdessen soll die „Stärkung der Wohnfunktion für die Innenstadt“ gefördert werden.
Zwischennutzung
Wie im September berichtet, hatte Grotlüschen derweil den Schotterplatz als Zwischenlager für das Tiefbauunternehmen zur Verfügung gestellt, das in der Umgebung Glasfaser verlegte. Zwei Tage nach dem Zeitungs-Bericht gab es schließlich das Okay vom Bauamt, wie Grotlüschen sagte. Jetzt hieß es, alles weitere zu organisieren: Abrissunternehmen, Bauunternehmen, nochmals Sondierer usw.
Nicht zuletzt mussten nun auch noch die Mietverträge auf Zeit an die Monteure auslaufen, die bis vor wenigen Wochen noch in den oberen Etagen des Altbaus untergebracht waren. Das Ladenlokal steht schon viel länger leer, seitdem Grotlüschen mit seiner Werbedruckerei 1a-Shirt in das neue Domizil mit Halle an die Auricher Straße umgezogen ist.
