Emden - Immer wieder gibt es hier und dort kritische Töne, was die Arbeit vom Eintracht Emden Jugendförderverein (JFV) angeht. Dabei ist der 2014 neu gegründete Verein angetreten, für die sieben Stammvereine die fußballerische Ausbildung der kleinen Mitglieder zu gewährleisten. Daran hat sich auch nichts geändert, betont der JFV-Vorstand. Diese Zeitung sprach mit dem Vorsitzenden, Dr. Reinhard Penzek, und seinem Stellvertreter Stefan Buse.
Den Schritt im Mai 2014, einen Fußball-Jugendförderverein in Emden zu gründen, halten Penzek und Buse nach wie vor für richtungsweisend. „Ich gehe sogar so weit, dass es dazu keine Alternative gibt“, sagte der Vorsitzende. Denn, so Penzek, die Anmeldezahlen in den Stammvereinen sehen so aus, dass eigene Jugendmannschaften ab der C-Jugend kaum noch flächendeckend aufrecht erhalten werden können, weil kaum Spielerinnen und Spieler da sind.
Und Penzek, der 2014 eigentlich alle Emder Fußball-Vereine gerne im Boot gehabt hätte, geht noch einen Schritt weiter. „Leistungsfußball und der Fußball in der Breite wären auch in einem Jugendförderverein möglich gewesen.“ Acht Vereine waren 2014 bereit, dem JFV beizutreten. Zurzeit spielen so um die 120 Fußballer in sieben Mannschaften in den Reihen des Eintracht Emden JFV.
Sehr erfolgreich agiert die A-Jugend, die in der Bezirksliga ganz oben steht und die Chance auf den Titel hat. Also nächstes Jahr Landesliga? „Das müssen wir sehen, weil sich die A-Jugend aus dem älteren und jüngeren Jahrgang zusammensetzt“, sagte Buse. Denn der ältere Jahrgang wechselt im Sommer in den Herrenbereich der Stammvereine. „Dann werden wir mit allen sprechen, die weiter in der A-Jugend bleiben und gemeinsam entscheiden, wie wir verfahren.“
Klar ist, das betonte der JFV-Vorstand ausdrücklich, dass bei der Eintracht mit dem Potenzial gearbeitet wird, was vorhanden ist. „Wir werben keine Spieler irgendwo ab“, so Penzek. Trotzdem kommt es vor, dass sich Spieler von außerhalb dem JFV anschließen. Immerhin ist die Eintracht auch weit und breit der einzige Jugendförderverein, der eine eigene Sportanlage nutzt - aber auch unterhalten muss.
Womit Penzek ein Problem des JFV anspricht: Rentnerbands, wie in anderen Vereinen, gibt es so nicht. Dennoch hat der JFV eine. Wie kommt das? „Es waren fünf ehemalige Sterner, die vorher hier schon aktiv waren und dem Gelände treu bleiben wollten. Jetzt sind es noch drei Sterner“, sagte Penzek. So eine Treue finde man selten.
Der Rasenplatz hat unter Mithilfe der A-Jugend schon ein erstes Facelifting erhalten. Diese Aktion begrüßt der Vorstand ausdrücklich. Und vielleicht kommt diese Platzaktion noch einmal zustande. Denn zum Deich hin gibt es doch noch einiges zu tun.
Solche Dinge sind erfreulich, doch es gibt immer wieder auch unerfreuliche Nachrichten. Denn ein weiteres Problem sieht Penzek in den steigenden Unterhaltskosten für die Anlage und das Vereinsheim. „Im Februar brennt das Flutlicht permanent, so viel Betrieb ist hier auf der Anlage“, sagte Buse. Entsprechend laufen die Duschen. Viel Betrieb beim JFV ist allerdings auf der anderen Seite ein gutes Zeichen.
