Emden - Die Landesaufnahmebehörde Niedersachsen (LAB NI) hat am Freitag bestätigt, dass die Emder Jugendherberge von November an bis zum 31. März als Außenstelle für die Aufnahme von Flüchtlingen genutzt werden soll. Wann genau und in welcher Zahl die ersten Asylsuchenden an der Kesselschleuse eintreffen werden, darauf gab es dagegen noch keine konkrete Antwort. Nur so viel wurde von der Pressestelle ganz allgemein für die landesweit zusätzlich aktivierten Unterkünfte mitgeteilt: „Die LAB NI beginnt mit der Belegung ab Anfang November.“
Nach Auskunft von Hannah Hintze, Leiterin der Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in Braunschweig, wird die Jugendherberge Emden wie schon im Winter 2021/22 dem Standort Osnabrück zugeordnet. Damals waren dessen Kapazitäten wegen der nicht mehr einzuhaltenden Corona-Abstände erschöpft. Jetzt sind vermehrte Fluchtbewegungen der Grund.
Erstaufnahme am Limit
„Auch in diesem Jahr sind die Zugangszahlen geflüchteter Menschen seit den Sommermonaten wieder deutlich angestiegen“, teilte Hintze mit. „Zudem stehen Land und Kommunen weiterhin vor der Herausforderung, Kriegsvertriebene aus der Ukraine aufzunehmen, unterzubringen und zu versorgen.“ Die Situation der Erstaufnahme sei daher an allen Standorten der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen angespannt. Und da die weitere Entwicklung der Zugangszahlen nicht absehbar sei, habe die LAB NI verschiedene Maßnahmen getroffen, um aufnahmefähig zu bleiben. „Dazu gehört neben der Erweiterung der Bestandsliegenschaften und der Ertüchtigung neuer Unterkünfte auch die Inanspruchnahme von Unterbringungsmöglichkeiten in Jugendherbergen in Niedersachsen“, erklärte die Sprecherin.
Nur übergangsweise
Die Kapazitäten in den Jugendherbergen seien dabei in erster Linie nur für die übergangsweise Unterbringung von Asylsuchenden vorgesehen, bevor diese auf die Kommunen verteilt werden. „Derzeit kann ich Ihnen noch nicht sagen, aus welchen Ländern die Personen kommen werden, da auch wir für den Zugang von Asylsuchenden keine Planungsgrundlage haben, wie viele Menschen uns an welchen Tagen aus welchen Ländern erreichen“, teilte Hintze gegenüber dieser Redaktion mit.
Trotzdem versicherte der Geschäftsführer der Jugendherbergen im Landesverband Unterweser-Ems, Thorsten Richter: „Wir freuen uns, dass wir als gemeinnütziger Träger auch in diesem Winter helfen können, die anstehenden Herausforderungen zu bewältigen.“ Die Herbergsmitarbeiter vor Ort seien durch die früheren Erfahrungen bei der Unterbringung geflüchteter Menschen vorbereitet und freuten sich auf ihre Aufgabe.
Für die Emder Jugendherberge, in der maximal bis zu 135 Flüchtlinge gleichzeitig untergebracht werden könnten, kommt dabei noch ein anderer Faktor hinzu. Denn die traditionell gästestärksten Zeiten an der Kesselschleuse sind fast vorbei. Für sie bedeutet die Funktion als Außenstelle daher „eine zusätzliche Belegung über die Wintermonate, die sonst nicht zustande gekommen wäre und eine Lücke füllt“, wie Gesa Hauschild, Pressesprecherin der Jugendherbergen im Nordwesten, auf Nachfrage bestätigte.
