Emden - Kinder und Jugendliche haben unbestritten in der Pandemie besonders gelitten. Um die Auswirkungen zu bewältigen, unterstützen Bund und Land die Kommunen mit den Aktionsprogrammen „Aufholen nach Corona“ und „Start in die Zukunft“. Die Sondermittel sind nicht nur für Lernrückstände, sondern für Freizeit-, Ferien- und Sportaktivitäten und damit für das Befinden von Kindern eingesetzt worden, hob Martin Schabler vom Fachdienst Integrierte Planung, Steuerung und Service im Ausschuss für Gesundheit, Soziales und Integration am Mittwochabend hervor. Aus den genannten Fördertöpfen hat die Stadt Emden insgesamt 278.000 Euro erhalten. Dass jeder Antrag genehmigt wurde, betonte Schabler besonders. Außer lobenden Worten gab es aber auch Kritik.
Viel Geld für Luftreinigungsgeräte
So teilen sich die Fördermittel auf: Der größte Batzen in Höhe von 151.766 Euro ist für Technik ausgegeben worden, speziell für die 92 Luftreinigungsgeräte in Emder Schulen. Für Jugendplätze flossen allein 35.000 Euro in die Aufwertung des Skateparks, hier speziell in den Ausbau einer Beleuchtungsanlage. Rund 34.000 Euro spendierte die Bundesstiftung Frühe Hilfen dem Fachdienst Kinder und Familie für die Anschaffung von Tablets und Smartphones für die Einrichtung der digitalen Sprechstunden, für eine Tagesfahrt mit bis zu 30 Teilnehmern, die Anschaffung eines Lastenfahrrades und Spielmaterialien für die Arbeit in Sozialräumen, und für den Einsatz von Fachkräften zur Unterstützung von Familien.
Das Internationale Jugendbegegnungs-Camp St. Désir ist mit 25.265 Euro unterstützt worden. Für die Möglichkeit, den Umgang mit digitalen Medien in Jugendzentren zu erlernen, gab es 7200 Euro. Eine dreitägige Bildungsfahrt nach Köln und Bonn mit 13 Teilnehmern des Jugendzentrums Larrelt erhielt 6750 Euro Förderung. Für Kinder und Jugendfeste, darunter der 1. Emder Sport- und Bewegungstag für Kinder und Jugendliche Ende August auf dem Freizeitgelände Big Point mit etwa 500 Kindern und Jugendlichen und 17 beteiligten Akteuren, erhielt 6000 Euro. Der Ausflug in den Movie Park im April dieses Jahres mit 80 Kindern und Jugendlichen ist mit 5403 Euro finanziert worden. 3.200 Euro ermöglichten im Mai den Ausflug ins Jumphouse Bremen mit 74 Teilnehmern aus Emder Jugendzentren. Das sechstägige Zeltlager mit 20 Kindern und Jugendlichen des Kinder- und Jugendhauses Barenburg in Goldenstedt im August konnte mit 3151 Euro realisiert werden.
Vieles hilfreich und gut
„Viele Aktionsbausteine sind hilfreich, wertvoll und gut gewesen“, bilanzierte Schabler. Bei einigen musste allerdings die Sinnhaftigkeit hinterfragt werden. So gab es auch Bausteine, die nur bedingt für die Kommune nutzbar gewesen sind. Nicht für alle ausgeschriebenen Bereiche war die Stadt auch antragsberechtigt.
Hoher Kommunikationsaufwand
Kritisiert wurde, dass bei der Antragsstellung selbst häufig die Richtlinien zu spät veröffentlicht wurden. Deshalb musste vieles telefonisch abgefragt werden. Der Kommunikations- und Abstimmungsaufwand ist dementsprechend hoch gewesen und wurde durch coronabedingte Einschränkungen noch erschwert. Positiv dagegen verlief die Abwicklung der Anträge. Das ist größtenteils unkompliziert und unbürokratisch gewesen, sagte Schabler. Weil aber Antragsfenster teils schnell geschlossen und Gelder frühzeitig aufgebraucht waren, sprach sich Stadtrat Volker Grendel vor dem Ausschuss einmal mehr dafür aus, ein Maßnahmen-Portfolio aufzubauen, um dann reagieren zu können, wenn dazu Fördergelder beantragt werden können.
