Emden - Der Einbau der neuen Japanbrücke 2021 in Larrelt war schon ein mächtiges Pfund. Doch nach wie vor ist der Sanierungsbedarf bei den städtischen Brücken-Bauwerken enorm. In diesem Jahr stehen daher weitere Brücken auf der Dringlichkeitsliste des Bau- und Entsorgungsbetriebs (BEE) – allerdings bei nach wie vor pandemiebedingter Materialknappheit und explodierenden Kosten.
Grasstraße
Hier gibt es bereits eine Erfolgsmeldung. Anfang Februar hat die Firma Draht Schulz GmbH das marode Holzgeländer der Fußgänger- und Radfahrerbrücke über den Stadtgraben (Höhe Naturforschende Gesellschaft) gegen ein Aluminiumgeländer ausgetauscht. Die Kosten beliefen sich nach Angaben der Stadt auf rund 19 000 Euro. Komplett wie neu ist die Brücke damit aber nicht. Wer über die Holzplanken läuft, hat nach wie vor ein Gefühl von Schwingboden unter den Füßen. Der Austausch der Beplankung ist derzeit allerdings nicht geplant. „Bei Bedarf werden einzelne Bohlen durch unseren Bauhof ausgewechselt“, teilte Stadtsprecher Eduard Dinkela auf Anfrage mit.
Larrelter Tief
Schon länger ein Sorgenkind ist auch die Radwegbrücke über das Larrelter Tief zwischen Friesenhügel und BBS II. Zuletzt hatten im Januar die Vertreter des noch neuen Emder Jugendparlaments die Beseitigung der Sturzgefahr angemahnt. Die Holzplanken der viel genutzten Verbindung in den Stadtteil Conrebbersweg sitzen inzwischen so locker, dass es beim Darüberrollen schon so klingt, als würde man darauf Xylophon spielen. Eigentlich sollte die Brücke, deren Geländer seit geraumer Zeit extra gesichert ist, bereits 2021 in Angriff genommen werden. Mit der Planung wurde ein externes Büro beauftragt. Weil es jedoch keine statischen Unterlagen für die Widerlager gab, musste zuerst eine aufwendige Baugrunduntersuchung vorgenommen werden. Immerhin: „Die Planungsarbeiten sind voraussichtlich im März abgeschlossen“, teilte Dinkela mit. Sobald das Ergebnis vorliegt, werde die Stadt die Ausschreibung auf den Weg bringen. Geplant sei, noch in dem Jahr zu bauen – Kostenschätzung: 330 000 bis 350 000 Euro.
Bolardusbrücke
Nur noch holperige Überfahrten gewährt auch die Bolardusbrücke am Blumenpavillon. Damit sich die Balken – die in den letzten heißen Sommer extrem gelitten hatten – nicht noch mehr biegen, waren hier sogar schon an den Seiten extra Befestigungselemente aufgenagelt worden. Auch sie soll laut Stadt in diesem Jahr noch erneuert werden. Dinkela: „Die Kostenschätzung geht von circa 200 000 Euro aus, ist aber abhängig von der gewählten Konstruktion.“
Bahnhofsbrücke
Ein bisschen an moderne Kunst erinnert das, was Witterung und Verschleiß aus dem Wegbelag der Bahnhofsbrücke Larrelter Straße gemacht haben. Schon mehrfach wurde die Neubeschichtung der Kappen – so heißen die beidseitigen Fuß- und Radwege im Fachjargon – verschoben. Zuletzt war es kaum möglich, das erforderliche Material zu bekommen, wie BEE-Abteilungsleiter Herbert Buß im Herbst beklagte. Eine Kappen-Sanierung 2022 ist aber das Ziel, bestätigte Dinkela. Die Stadt befinde sich in Abstimmung mit einem Ingenieurbüro, das die Ausschreibung vorbereitet. Gleichwohl bleibe die Sanierung davon abhängig, ob die Preise akzeptabel und die Materialien beschaffbar sind. 2019 war eine halbe Million Euro veranschlagt. Dinkela: „Wir gehen aufgrund der Situation am Markt von einer nicht unerheblichen Kostensteigerung aus.“
Brücke an der Grasstraße über den Stadtgraben: Das Holzgeländer wurde Anfang Februar durch ein Aluminiumkonstrukt ersetzt. Die Beplankung ist noch die alte.
Gaby Wolf
Sieht aus wie moderne Kunst, ist aber kaputter Wegbelag: die Neubeschichtung war schon mehrfach verschoben worden, ist unter Vorbehalt aber nun für 2022 angepeilt.
Gaby Wolf
Wer hier mit dem Rad hinüberrollt, erzeugt Xylophon-Musik: die sanierungsbedürftige Brücke über das Larrelter Tief.
Gaby Wolf
Auch dieses Bild von der Bolardusbrücke zwischen Wall und Blumenpavillon zeigt: Hier muss etwas getan werden.
Gaby Wolf
