Emden - Wenn am Mittwoch die Glocke zur ersten Stunde klingelt, dann können Schüler erstmals seit Monaten wieder frei entscheiden, ob sie eine Maske im Unterricht tragen wollen oder nicht. Eine offizielle Pflicht gibt es nämlich nicht mehr. Am Gründonnerstag hatte das Kultusministerium die Schulleitungen darüber informiert. Letztere können nämlich nicht selbst entscheiden, ob an ihrer Schule weiter eine Maskenpflicht gelten soll oder nicht.
Hoffen auf den Solidaritätsgedanken
Björn Holzgrabe, Leiter der Berufsbildenden Schulen, hofft auf den Solidaritätsgedanken: „Wir bitten darum, weiter eine Maske zu tragen.“ Die entsprechenden Hinweisschilder wurden am Dienstagvormittag überall auf dem Gelände am Steinweg angebracht. Und gerade vor dem Hintergrund der am Donnerstag beginnenden Abiturprüfungen herrsche unter den fast 2000 Schülern plus 120 Lehrkräften weiterhin eine hohe Akzeptanz in Sachen Mund-Nasen-Schutz, glaubt Holzgrabe und ist inzwischen bei Neuerungen in Sachen Corona „tiefenentspannt“.
Nicht tiefen-, aber zumindest entspannt blickt auch Frank Tapper vom Max-Windmüller-Gymnasium dem ersten Schultag nach den Osterferien entgegen. Er empfiehlt Lehrern und Schülern zwar ebenfalls das Tragen einer Maske – zumindest so lange vor dem Unterricht Schnelltests durchgeführt werden müssen. Diese sind in den kommenden eineinhalb Wochen täglich Pflicht. Seine Schule sei aber zu keiner Phase der Pandemie von hohen Ansteckungszahlen innerhalb der Klassen beziehungsweise Kohorten gekennzeichnet gewesen. Und dennoch nimmt er an, dass zumindest in den ersten Tagen viele Schüler weiterhin an der Maske festhalten.
Auch ohne Maskenpflicht Optimum an Sicherheit
Alles andere als gestresst, klingt auch Olaf von Sacken, kommissarischer Leiter der Integrierten Gesamtschule Emden: „Es war ja bereits vor den Osterferien absehbar, dass die Maskenpflicht im Unterricht fallen wird. Durch unseren ausgefeilten, hauseigenen Hygieneplan holen wir auch ohne Maskenpflicht das Optimum an Sicherheit heraus“, teilte er auf Nachfrage mit. Einbahnstraßen- und Abstandsregeln blieben ebenso erhalten, wie eine möglichst geringe Durchmischung der Jahrgänge, vom Lüften der Klassenräume ganz zu schweigen. Wie viele seiner Schüler heute allerdings noch freiwillig mit einer Maske im Unterricht sitzen werden, vermag von Sack nicht einzuschätzen.
Mit gemischten Gefühlen blickt indes Marion Ocken von der Grundschule Larrelt auf den ersten Schultag nach den Ferien. Die Schulleiterin findet es schade, dass erneut kaum Zeit bleibt, um die neuen Vorgaben mit ihrem Team zu beraten. Natürlich gilt auch an ihrer rund 120 Schüler starken Schule ab heute Freiwilligkeit in Sachen Maske. Erfahrungsgemäß sei aber gerade nach den Ferien besondere Vorsicht geboten. „Ich vermute, dass die meisten Kinder wie gewohnt mit Maske kommen.“ Es sei eine ähnliche Situation wie beim Einkaufen, wo trotz des Wegfalls der Maskenpflicht nach wie vor viele Kunden weiterhin einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Grundsätzlich sei es aber schön, wenn wieder Normalität in den Unterricht einkehre – gerade bei den ganz jungen Schülern. Das sieht auch Holzgrabe ähnlich: „Ich bin froh, dass die Maßnahmen auslaufen“, sagte er mit Blick auf ein reguläres Unterrichtsgeschehen.
